Operative Behandlung von Aneurysma, Angiom, Kavernom

Chefarzt Neurochirurgie Prof. Dr. Wolf-Peter Sollmann
Chefarzt Neurochirurgie

Prof. Dr. Wolf-Peter Sollmann

Salzdahlumer Straße 90, 38126 Braunschweig
Fax: 0531 595 2777
Stellvertretender Chefarzt und leitender Oberarzt Neurochirurgie

Dr. Berthold Kleineberg

Salzdahlumer Straße 90, 38126 Braunschweig
Oberärztin Neurochirurgie Dr. Sabine Heinemeyer
Oberärztin Neurochirurgie

Dr. Sabine Heinemeyer

Salzdahlumer Straße 90, 38126 Braunschweig

Ein Aneurysma ist eine Aussackung einer Hirngefäßwand. Sie entsteht im Bereich einer Schwachstelle der Blutgefäßwand und ist angeboren oder durch eine Krankheit entstanden. Die Aneurysmawand kann sich durch den Blutdruck so stark ausdünnen, dass sie platzt und so eine lebensgefährliche Hirnblutung auftritt. 

Angiome und Kavernome sind Hirngefäßmißbildungen. Bei einem Angiom, auch arteriovenöse Malformation (AVM) genannt, ist über eine Art Gefäßknäuel ein Kurzschluss zwischen krankhaften Arterien und Venen des Gehirns entstanden. Auch hier besteht die Gefahr des Einrisses und dadurch verursachte Hirnblutung. Kavernome sind gutartige Blutschwämmchen der Hirnvenen und verursachen eher Sickerblutungen. Sie können ebenso wie Angiome auch epileptische Krampfanfälle auslösen.

Häufig werden Gefäßveränderungen auch als Zufallsbefund entdeckt, möglicherweise im Rahmen der Diagnostik bei anderen Erkrankungen. Für die Entscheidung über das schonendste Behandlungsverfahren steht in unserem neurochirurgischen MVZ eine umfassende Beratung und Risikoabwägung in Zusammenarbeit mit unserer Neuroradiologie zur Verfügung.

Bei welchen Krankheitsbildern ist die Operation geeignet?

  • Aneurysmen
  • Angiomen
  • Kavernomen

Welche Ziele hat die Operation?

Durch die Behandlung soll die Gefäßfehlbildung dauerhaft beseitigt werden, bei akuter Blutung wird diese ausgeräumt und das Hirn entlastet. Nachblutungen zu späterem Zeitpunkt, Krampfanfälle oder Verminderung der Durchblutung des Hirns soll vermieden werden.

Wie sind die Erfolgsaussichten der Operation?

Die Erfolgsaussichten der Operation oder kombinierten Behandlung sind sehr gut, wenn zuvor noch keine Blutung eingetreten ist. Bei schweren Blutungen können hingegen Lähmungen, Funktionsstörungen und körperliche, geistige und seelische Beeinträchtigungen verbleiben, die sich auch nach erfolgreicher Ausschaltung der Gefäßfehlbildungen nicht immer bessern.

Wie ist der Ablauf der Operation?

In allen Fällen einer Blutung handelt es sich um eine Notfallsituation, die ein rasches und zielgerichtetes Handeln erfordert. Die dafür notwendige Ausstattung mit 2 high-tech-OP-Sälen, einer Neuro-Intensivstation und speziellen diagnostischen Verfahren ist in unserer Klinik für eine optimale Behandlung über den gesamten Krankheitsverlauf vorhanden. Neurochirurgische und Neurologische Klinik sowie Neuroradiologie arbeiten hier Hand in Hand.

Für die Behandlung von Aneurysmen kommen zum einen die neurochirurgische mikrochirurgische Ausschaltung des Aneurysmas durch Metallclips (Clipping) oder die Umscheidung und Verstärkung des Gefäßes (Wrapping) zum Einsatz. Von neuroradiologischer Seite stehen über einen durch die Leiste eingeführten Katheter verschiedene Verfahren, z.B. das Auffüllen des Aneurysmas mit Platinspiralen (Coiling) oder innere Schienung des Gefäßes (Stenting) zur Verfügung. Welches Verfahren zur Anwendung kommt, wird im jedem Einzelfall durch unsere Experten der Neurochirurgie und der Neuroradiologie gemeinsam entschieden. Hirngefäßmißbildungen mit einem erhöhten Blutungsrisiko oder schon stattgehabten Blutungen werden mikrochirurgisch entfernt, falls erforderlich nach vorheriger neuroradiologischer Verklebung (Embolisation).

Häufig werden oben genannte Gefäßveränderungen auch als Zufallsbefund entdeckt, möglicherweise im Rahmen der Diagnostik bei anderen Erkrankungen. Für die Entscheidung über das schonendste Behandlungsverfahren steht in unserem neurochirurgischen MVZ eine umfassende Beratung und Risikoabwägung in Zusammenarbeit mit unserer Neuroradiologie zur Verfügung.

Welche Komplikationen können auftreten?

Infektionen und Nachblutungen liegen im Bereich unter 1%. Die Schädelöffnung selbst ist kein nennenswertes Risiko, der unerwünschte Verschluss eines Hirngefäßes kann aber zu einem Schlaganfall führen. Dies ist bei elektiven Eingriffen sehr selten, bei Notfalloperationen mit massiver frischer Blutung nicht immer vermeidbar.

Bei Katheterverfahren kann es zu Blutungen im Bereich der Punktionsstelle an der Leiste, Gefäßeinrissen (Dissektion) oder Verschlüssen kommen. Die Quote der vollständigen Ausschaltung der Gefäßfehlbildung ist bei er Operation etwas höher als bei den neuroradiologische Katheterverfahren, dafür ist das Risko der Hirnschwellung und des Infarktes höher.

Wissenswertes

Die Technik der endovaskulären Verfahren entwickelt sich sehr rasch weiter. So können mit speziellen Verfahren (Coils, Stents, Flow Diverter, Klebstoffe) heute Angiome und Aneurysmen ausgeschaltet werden, die noch vor wenigen Jahren operiert werden mussten.

Prominente, die erfolgreich an einem Aneurysma operiert worden sind: Gregor Gysi (Kleine Narbe linke Schläfe), Neil Young und Sharon Stone (Coiling). Ein schwerwiegender Verlauf mit Blutung und bleibender Beeinträchtigung betraf die Sportmoderatorin Monika Lierhaus.