Kinderchirurgie

Leitender Abteilungsarzt Kinderchirurgie & Kinderurologie PD Dr. Johannes Leonhardt
Leitender Abteilungsarzt Kinderchirurgie & Kinderurologie

PD Dr. Johannes Leonhardt

Salzdahlumer Straße 90, 38126 Braunschweig

Die Kinderchirurgie ist ein relativ junges eigenes Fachgebiet innerhalb der Chirurgie mit einer eigenen Facharzt-Ausbildung.

Am 17.04.1963 erfolgte die Gründung der Deutschen Gesellschaft für Kinderchirurgie der BRD und am 17.11.1990 erfolgte der Beitritt der Gesellschaft für Kinderchirurgie der DDR zur Deutschen Gesellschaft für Kinderchirurgie.

Im Jahr 2018 hat der Leiter der Kinderchirurgie in Braunschweig von der Ärztekammer Hannover die volle Weiterbildungsermächtigung für das fach Kinderchirurgie erteilt bekommen.

Weiterbildungsziel

Ziel der Weiterbildung ist aufbauend auf der Basisweiterbildung die Erlangung der Facharztkompetenz Kinderchirurgie nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeiten und Weiterbildungsinhalte.

Weiterbildungszeit

72 Monate bei einem Weiterbildungsermächtigten an einer Weiterbildungsstätte gemäß § 6 Abs. 1 Satz 1, davon

  • 24 Monate Basisweiterbildung im Gebiet Chirurgie und
  • 48 Monate Weiterbildung zum Facharzt für Kinderchirurgie bei einem Weiterbildungsermächtigten an einer Weiterbildungsstätte gemäß § 6 Abs. 1 Satz 1, davon
    • 12 Monate in Kinder- und Jugendmedizin, davon können
      • 6 Monate in der intensivmedizinischen Versorgung von Kindern und Jugendlichen abgeleistet werden
    • können 6 Monate in einer anderen Facharztweiterbildung des Gebietes Chirurgie oder in Anästhesiologie, Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie, Neurochirurgie, Radiologie oder Urologie oder in Handchirurgie angerechnet werden
    • können bis zu 12 Monate im ambulanten Bereich abgeleistet werden

Weiterbildungsinhalt

Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in

  • der Vorbeugung, Erkennung, operativen und konservativen Behandlung, Nachsorge und Rehabilitation von Fehlbildungen, Erkrankungen, Infektionen, Organtumoren, Verletzungen, Verbrennungen sowie deren Folgen im Kindesalter einschließlich pränataler Entwicklungsstörungen
  • den instrumentellen und funktionellen Untersuchungsmethoden
  • der Erhebung einer intraoperativen radiologischen Befundkontrolle unter Berücksichtigung des Strahlenschutzes
  • den endoskopischen, laparoskopischen, minimal-invasiven, mikrochirurgischen Operationsverfahren und Laser-Techniken
  • der Behandlung von Schwer- und Mehrfachverletzten einschließlich des Trauma-Managements und der Überwachung
  • der konservativen und operativen Frakturversorgung einschließlich gelenknaher Frakturen und Gelenkverletzungen sowie plastisch-rekonstruktiver Techniken
  • der enteralen und parenteralen Ernährung insbesondere nach Operationen, auch bei Früh- und Neugeborenen
  • den Grundlagen der Durchgangsarzt- und Verletzungsartenverfahren der gewerblichen Berufsgenossenschaften

Definierte Untersuchungs- und Behandlungsverfahren

  • Repositionen von Frakturen und Luxationen sowie Versorgung von Weichteil- und Organverletzungen
  • operative Eingriffe einschließlich endoskopischer, minimal-invasiver, mikrochirurgischer und Laser-Techniken
  • an Kopf- und Hals, insbesondere Trepanationen, ventrikuläre Liquorableitungen, Osteoplastik bei Craniostenose, Tracheotomien, Thyreoidektomien, Korrektur von Kiemengangsanomalien, ösophagotracheale Fisteln, Verletzungen und muskulärer Schiefhals, Tumorresektionen
  • an Brustwand und Brusthöhle, insbesondere Korrekturen von Fehlbildungen, Erkrankungen und Verletzungen der Brustwand, der Brusthöhle, des Mediastinums, des Tracheobronchialsystems, der Lungen und des Ösophagus, Resektion äußerer, mediastinaler und pulmonaler Tumoren
  • an Bauchwand, Bauchhöhle und Retroperitoneum, insbesondere Korrektur von Fehlbildungen, operative Therapie von Organverletzungen äußerer und innerer Hernien, bei Funktionsstörungen und entzündlichen Erkrankungen, intestinale Resektionen einschließlich Tumorresektionen
  • am Urogenitaltrakt, insbesondere Korrektur von Fehlbildungen der Nieren, ableitenden Harnwege und des inneren und äußeren Genitale einschließlich Verletzungen, Tumorresektionen
  • am Gefäß-, Nerven- und Lymphsystem, insbesondere bei Fehlbildungen einschließlich Dysraphien, Verletzungen und Tumoren, Anlage von Shunts, Port-Implantationen
  • am Stütz- und Bewegungssystem, insbesondere bei Frakturen, Luxationen und Weichteilverletzungen einschließlich deren Folgen, Weichteil-, Knochen- und Gelenkinfektionen, Tumoren
  • bei plastisch-rekonstruktiven Eingriffen, insbesondere bei Fehlbildungen, kongenitalen Defekten und Defektverletzungen an Kopf, Hals, Brustwand, Rumpf und Extremitäten und Zwerchfellplastiken, Haut-, Muskel-, Sehnen- und Knorpelplastiken

Ablauf im Klinikum Braunschweig

Der Ablauf der 6 jährigen Weiterbildung im Klinikum Braunschweig ist folgendermaßen organisiert:

In den ersten 2 Jahren erfolgt die Weiterbildung in der Basischirurgie, die in der Abteilung für Kinderchirurgie erlogt. Dabei ist ein Einsatz in der Notaufnahme, auf der Station und im Operationssaal vorgesehen.

Es folgt ein Jahr in der speziellen Kinderchirurgie mit Teilnahme in der Ambulanz gefolgt von einem Jahr pädiatrischer Weiterbildung (allgemeine Pädiatrie mit dem Schwerpunkt Gastroenterologie incl. Endoskopie und 6 Monaten auf der Kinderintensivstation).

Für 6 Monate erfolgt die Rotation in die Unfallchirurgie, um die Kindertraumatologie in der Notaufnahme und im Operationssaal zu erlernen.

In den übrigen 2,5 Jahren wird in der Abteilung für Kinderchirurgie der OP Katalog vervollständigt, wobei durch die Kooperation mit der Klinik für Neurochirurgie auch neurochirurgische Eingriffe assistiert und operiert werden können.

Nach 6 Jahren kann die Anmeldung zur Facharztprüfung erfolgen.

Kliniken

Kinderchirurgie & Kinderurologie
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Salzdahlumer Straße 90, 38126 Braunschweig
Fax: 0531 595 2934