Verbrennungschirurgie zur Behandlung von Verbrennungen

Plastische, Ästhetische & Handchirurgie

Holwedestraße 16, 38118 Braunschweig
Fax: 0531 595 1723

Bei welchen Krankheitsbildern ist die Operation geeignet?

Die Verbrennungschirurgie umfasst die Behandlung von akuten und langfristigen Folgen von Verbrennungen oder Verbrühungen, Stromunfällen und Verätzungen mit Säuren oder Laugen.

Welche Ziele hat die Operation?

Akute Verbrennungen gehören Leitlinien-gerecht behandelt, hierzu gehört eine sterile Erstversorgung und Früheinschätzung des flächigen Ausmaßes und der Verbrennungstiefe. Hierzu ist eine Abtragung von z.B. Blasen oder Belägen erforderlich. Bei erst- oder zweitgradigen Verbrennungen kann meist eine spezialisierte Wundbehandlung erfolgen, während tiefere Verletzungen oft einer Operation zugeführt werden müssen.

Die frühe Operation verhindert die Ausbildung problematischer Narben und chronischer Wunden, die sehr schlecht abheilen sowie die Entstehung von Narbensträngen die schlimmstenfalls die Beweglichkeit von Gelenken der Gliedmaßen einschränken. Spätere Eingriffe dienen der Korrektur derartiger Narben zur Stabilisierung bei instabilen (sich immer wieder öffnenden) Narben und/oder zur Korrektur der Narbenstränge und Verbesserung der Beweglichkeit und somit der Lebensqualität von Verbrennungsopfern durch Verbesserung von Funktion und Erscheinungsbild. Nicht zuletzt wird das Risiko für die Entstehung eines Narbenkrebs reduziert.

Wie sind die Erfolgsaussichten der Operation?

Die frühzeitige Behandlung und enge Begleitung von Verbrennungspatienten erbringt die besten Ergebnisse. Ist die Verbrennung jedoch tief und eine Operation erforderlich, muss der richtige Zeitpunkt für diesen Eingriff individuell festgelegt werden. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, sind bei fachgerechter Behandlung bestmögliche Ergebnisse zu erzielen. Bei schweren ausgedehnten und tiefen Verbrennungen mit Begleitverletzungen wie zum Beispiel das Einatmen von Russ/Rauch (Inhalationstrauma) erfolgt die Behandlung in einem spezialisierten Verbrennungszentrum.

Wie ist der Ablauf der Operation?

Höhergradig von Verbrennung betroffene Hautareale müssen operativ entfernt werden, da es sich um absterbendes oder abgestorbenes Gewebe handelt. Diese Wunden heilen nicht regelrecht und führen zu Narbenwucherungen, die die äußere Form/Erscheinung, vor allem aber die Funktion deutlich beeinträchtigen können. Daher erfolgt die vollständige Entfernung der betroffenen Haut, wenn nötig auch tieferer Schichten. Der daraus resultierende Defekt der Körperoberfläche kann in den meisten Fällen mit einem dünnen Hauttransplantat zum Beispiel vom Oberschenkel gedeckt werden. Diese Eingriffe erfolgen unter stationären Bedingungen meist einige Tage nach dem Unfall.

Geht es um die späte Korrektur von Verbrennungsfolgen bei Narbensträngen, Narbenplatten oder instabilen Narben, kommen ähnliche Verfahren zum Einsatz. Erweitert wird das operative Spektrum in diesen Fällen aber durch spezielle Schnittführungen zur Gewinnung gesunder Haut aus der Umgebung (Z- oder W-Plastiken), Verschiebung oder Verschwenkung ortsständigen Gewebes oder gar freier Transplantation von Gewebsblöcken aus weiter entfernten Körperregionen (freie Lappenplastiken). Ergänzende Verfahren zur Verbesserung der Narbenqualität und Hautelastizität sind das medizinische needeling mit Nadelrollern, die Dermabrasion und das chemische Peeling, auch Laserverfahren können zum Einsatz kommen.

Wissenswertes

Verbrennungen, Erfrierungen, Verätzungen und Stromverletzungen sind, was die Art der Gewebeschädigung angeht sehr ähnlich einzustufen, daraus resultieren auch ähnliche Therapien. Ausnahmen sind sich unterscheidende Begleitverletzung (Inhalationstrauma bei Feuer, Herzrhythmusstörungen und tiefe Muskelschädigung bei Stromunfällen) und besonders aggressive Gewebsschädigung bei der Flusssäureverätzung oder verlängertes „Nachbrennen“ bei Ölverbrühungen.

Wichtige Hinweise

Bei Verbrennungen ab einem gewissen Ausmaß muss die Verlegung in ein spezialisiertes Verbrennungszentrum erfolgen. Die nächst-erreichbaren Zentren befinden sich in Magdeburg und Hannover.

Nach Verbrennungsoperationen oder –behandlungen ist meist das längerfristige Tragen von Kompressionswäsche sowie ein intensiver Schutz vor Sonneneinstrahlung und die penible Hautpflege erforderlich, manchmal auch die physiotherapeutische Begleitung.