Diagnostik und Behandlung von Erkrankungen der Leber

Stellvertretender Chefarzt und leitender Oberarzt Allgemein- & Viszeralchirurgie Michael Forner
Stellvertretender Chefarzt und leitender Oberarzt Allgemein- & Viszeralchirurgie

Michael Forner

Salzdahlumer Straße 90, 38126 Braunschweig
Fax: 0531 595 1322
Oberarzt Allgemein- & Viszeralchirurgie Dr. David Sülflow
Oberarzt Allgemein- & Viszeralchirurgie

Dr. David Sülflow

Salzdahlumer Straße 90, 38126 Braunschweig

Allgemeinchirurgische Ambulanz

Salzdahlumer Straße 90, 38126 Braunschweig
Fax: 0531 595 2656

Die Leber ist mit einem Gewicht von 1,5 – 2 kg die größte Drüse des menschlichen Körpers. In ihrer Funktion als zentrales Stoffwechselorgan (Abbau von Abfallstoffen, Aufbau von Nährstoffen) ist die Leber lebensnotwendig.

Vorsorge & Prävention

Eine echte Vorsorgeuntersuchung für Lebererkrankungen gibt es nicht.

Gutartige und bösartige Erkrankungen kommen vor. Bei den bösartigen Erkrankungen handelt es sich sowohl um Tumoren, die primär in der Leber entstehen (Leberzellkrebs, Gallengangskrebs), als auch um Tochtergeschwülste (Metastasen) einer anderen Krebserkrankung, z. B. bei Dickdarm- oder Mastdarmkrebs.

Gelingt es, die Tumoren chirurgisch komplett zu entfernen, kann eine Heilung möglich sein.

Diagnostik

Die wichtigsten bildgebenden Untersuchungsverfahren sind CT (Computertomografie), MRT (Magnet-Resonanz-Tomografie), Sonografie (Ultraschall) und die Kontrastmittel-Sonografie. Alle Untersuchungen werden im Klinikum Braunschweig angeboten. Wir arbeiten sehr gut mit den Kollegen der nichtoperativen Fächer (Gastroenterologie, Röntgeninstitut) zusammen.

Therapie & Verfahren

Operationen an der Leber sind überaus anspruchsvoll und setzen eine große Expertise voraus. Mit Ausnahme von Transplantationen bieten wir in Braunschweig das gesamte Spektrum der Leberchirurgie an. Außerdem führen wir die sogenannte Radiofrequenzablation (RFA) durch. Hierbei wird Tumorgewebe der Leber durch gezielte Hitzeanwendung über eine spezielle Sonde zerstört. Nach operativem Entfernen eines Teiles des Organs wächst die verbleibende Restleber innerhalb von wenigen Wochen nach. Dieses spezielle biologische Verhalten ist für die Planung und Durchführung von leberchirurgischen Eingriffen sehr wichtig.

Damit dem Patienten ein ausreichend großer Leberrest nach der Operation verbleibt, können folgende Maßnahmen sinnvoll sein:· 

  • Entfernung der Tumoren in mehreren Operationen, sodass die Leber in der Zwischenzeit nachwachsen kann.
  • Kombination mit Chemotherapie, um die Tumoren zu verkleinern, um dann bessere Operationsmöglichkeiten zu haben.
  • Pfortaderembolisation – durch die Kollegen des Röntgeninstitutes wird über einen Katheter die Durchblutung der tumortragenden Leberanteile, die später operativ entfernt werden sollen, gedrosselt. Das löst einen Wachstumsreiz auf das gesunde Lebergewebe aus, sodass nach wenigen Wochen die Operation stattfinden kann.

Auf diese Weise kann es möglich sein, auch sehr große Tumoren oder eine größere Anzahl von Tumoren chirurgisch zu entfernen. Die Therapiekonzepte werden bei uns in den interdisziplinären Tumorkonferenzen besprochen, sodass dem Patienten eine individuell abgestimmte optimale Behandlung empfohlen werden kann. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit den nicht chirurgisch tätigen Kollegen ist sehr wichtig.

Leberteilentfernung
Bei welchen Krankheitsbildern?
  • Bei primären Krebserkrankungen der Leber sowie bei Metastasen der Leber
  • Bei gutartigen Tumoren, die bösartig entarten können (Leberadenome)
  • Bei parasitären Leberzysten des Hundebandwurmes (Echinococcus granulosus)
Ziele der OP

Ziel ist es, den Tumor oder die Tumoren vollständig zu entfernen, um eine Heilung anzustreben. Eine gute Planung ist von großer Wichtigkeit.

Erfolgsaussichten

Selbst bei großen Tumoren oder einer größeren Anzahl von Tumoren kann eine Heilung möglich sein.

Leberoperationen werden bei uns je nach Befund sowohl offen chirurgisch (Eröffnen der Bauchhöhle durch Schnitt) als auch minimal invasiv („Schlüssellochtechnik“) durchgeführt.Bei der Operation werden Teile der Leber entfernt. Ob es sich dabei um kleinere Anteile handelt oder die Entfernung eines ganzen Leberlappens (oder sogar mehr), hängt von der Größe des Tumorbefalls ab. Wichtig ist die komplette Tumorentfernung.Es können bis zu 70 Prozent des Lebergewebes entfernt werden, sofern der verbleibende Leberrest eine gute Funktion aufweist.

Komplikationen

Selbst große Leberoperationen werden im Allgemeinen, auch von älteren Patienten, gut vertragen und überstanden. Sehr wichtig ist nach der Operation während des Krankenhausaufenthaltes eine gute ärztliche Betreuung, damit eventuelle Komplikationen erfolgreich behandelt werden können.Bei der vorhandenen großen Erfahrung ist die Komplikationsrate gering. 

Zusammenfassung

Leberoperationen sind hochkomplexe Eingriffe, die nur in speziellen Zentren mit entsprechender Expertise vorgenommen werden sollen.Die interdisziplinäre Zusammenarbeit ist wichtig.Patienten mit einem bösartigen Lebertumor oder bösartigen Lebertumoren sollen immer einem erfahrenen Leberchirurgen vorgestellt werden.Bösartiger Tumorbefall der Leber kann heilbar sein, wenn es gelingt, den Tumor oder die Tumoren vollständig zu entfernen.