Niedersachsens Sozial- und Gesundheitsministerin Dr. Carola Reimann überreichte dem Klinikum Braunschweig und weiteren ausgewählten Krankenhäusern die förmlichen Bescheide zur Ausweisung als Fachzentren. Am Klinikum Braunschweig wurden gleich zwei Standorte mit der Doppel-Exzellenz in den Bereichen Onkologisches Zentrum und Überregionale Stroke Unit (Behandlung von Schlaganfallpatienten) vom Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung anerkannt.

Mit der Anerkennung als Zentrum wird nicht nur die besondere Bedeutung der Krankenhäuser hervorgehoben. Ihnen wird dadurch auch ermöglicht, mit den Gesetzlichen Krankenkassen über Zuschläge zu verhandeln, mit denen beispielsweise spezielle Leistungen und besondere Koordinierungsaufgaben zusätzlich vergütet werden.

„Wir als Klinikum Braunschweig sind sehr stolz auf die Anerkennung unserer beiden Zentren. Für uns ist diese Auszeichnung eine Wertschätzung der universitären Spitzenmedizin, welche tagtäglich durch unsere medizinisch-pflegerischen Teams geleistet wird“, freut sich Ärztlicher Direktor des Klinikums, Dr. Thomas Bartkiewicz, und unterstreicht damit die überregionale Bedeutung der Anerkennung für das Klinikum.

Spezialeinheit gegen den Schlaganfall: Die Stroke Unit
Bei einem Schlaganfall handelt es sich um eine Durchblutungsstörung im Gehirn. Hauptursachen hierfür sind Blutgerinnsel, Gefäßverkalkungen oder Hirnblutungen. Eine schnelle Diagnostik und zielgerichtete Therapie können die gesundheitlichen Folgen eines Schlaganfalls in vielen Fällen begrenzen und manchmal sogar ganz verhindern. Dies wird im Klinikum Braunschweig durch die Stroke Unit sichergestellt. Mit spezieller apparativer Ausstattung und spezifisch ausgebildetem Fachpersonal wird jeder Patient individuell überwacht. „Unsere überregionale Stroke Unit betreibt seit vielen Jahren exzellente Medizin für die Bürgerinnen und Bürger der Region. Unsere Experten bieten neben der intravenösen Zufuhr von Medikamenten auch in bestimmten Fällen mithilfe eines Neuroradiologen einen vaskulären mikrochirurgischen Eingriff an, bei dem mit einem Katheter das Gerinnsel direkt entfernt wird. Diese geballte Kompetenz können nur qualitativ hochwertige medizinische Zentren wie unseres vorweisen“, so Bartkiewicz.

Übergeordneter Zusammenschluss von Kliniken ermöglicht individuelle Behandlungskonzepte für Patienten

Das Cancer Center Braunschweig (CCB) ist ein interdisziplinäres Zentrum, unter dessen Dach alle onkologisch (Krebs und Krebserkrankungen betreffend) arbeitenden Kliniken und Institute zusammenarbeiten. Dieser übergeordnete Zusammenschluss bietet eine exzellente Infrastruktur für alle Organzentren und ermöglicht den Patienten des Klinikums, im Rahmen wissenschaftlicher Studien behandelt zu werden. Die Onkologie gilt als dynamischer Bereich der Medizin, der sich ständig weiterentwickelt. Klinische Forschung ist daher der Weg, unter sicheren und kontrollierten Bedingungen an diesem Fortschritt teilzuhaben. In den einzelnen Organzentren bestehen wichtige Partnerschaften mit anderen Kliniken und niedergelassenen Ärzten. „Im Bereich des Onkologischen Zentrums bin ich besonders glücklich über die Anerkennung. Denn am Klinikum Braunschweig sitzen jede Woche unsere besten Experten verschiedenster Fachdisziplinen in neun sogenannten Tumorkonferenzen zusammen, um ein individuelles Behandlungskonzept für unsere Patienten zu erarbeiten. Mit dem Zentrumszuschlag werden die Vorleistungen endgültig anerkannt, die wir in den Bereichen investiert haben. Dazu zählen Fortbildung, Studien, Sozialdienst, psychoonkologische Betreuung und weiteres Fachpersonal zum Wohle unserer Patienten“, erklärt Bartkiewicz weiter.

Ab 2019 gibt es in Niedersachsen an zwölf Krankenhausstandorten 14 spezialisierte Zentren, die komplexe medizinische Leistungen erbringen. „Niedersachsen verfügt über viele Krankenhäuser mit herausragend kompetenten Ärztinnen und Ärzten, Patientinnen und Patienten erhalten dort medizinische Versorgung auf allerhöchstem Niveau. Es ist mir wichtig, dass wir die überregionale Bedeutung der Kliniken hervorheben und anerkennen, dass dort eine ganz besondere Expertise vorhanden ist. Mit der Ausweisung als Zentrum wird dies nun nach außen erkennbar“, erklärte Dr. Carola Reimann bei der Überreichung der Bescheide an Vertreterinnen und Vertreter der Häuser.

Hintergrundinformation:

Der Gesetzgeber hat keine detaillierten Anforderungen an Zentren normiert. Daher hat der Krankenhausplanungsausschuss Anforderungen erarbeitet, unter welchen Voraussetzungen Zentren in Niedersachsen ausgewählt werden. Dazu gehört zum einen die Zertifizierung von einer anerkannten wissenschaftlichen Fachgesellschaft. Zum anderen sind die Informationen für die Betroffenen (beispielsweise Zusammenarbeit mit Selbsthilfegruppen, Durchführen regelmäßiger Patienteninformationen) sowie der Wissenstransfer über Netzwerke und Kooperationen mit anderen Krankenhäusern und Ärztinnen und Ärzten wichtige Gesichtspunkte.

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