Im Perinatalzentrum des Städtischen Klinikum Braunschweig kommen jährlich circa 2.200 Kinder zur Welt, darunter werden ca. 60 Kinder mit einem Geburtsgewicht unter 1.500 Gramm bzw. rund 120 Kinder unter 2.000 Gramm intensivmedizinisch betreut. Zu diesem Anlass wird die Fassade der Celler Straße des Städtischen Klinikums Braunschweig zum Welt-Frühgeborenen-Tag am 17. November 2021 in Anlehnung an die Symbolfarbe für Frühgeborene in der Zeit von 16.00 bis 19.00 Uhr violett bestrahlt. Das internationale Motto des diesjährigen Welt-Frühgeborenen-Tages lautet: Niemals getrennt (Zero Separation. Act now! Keep parents and babies born too soon together.)

Mit der sogenannten Aktion "Purple for Preemies" wollen wir als Städtisches Klinikum Braunschweig auf alle betroffenen Kinder und deren Familien aufmerksam machen. In Deutschland wurden im vergangenen Jahr ca. 773.000 Kinder geboren, davon ca. 60.000 Kinder zu früh. Demnach ist fast jedes 11. Neugeborene ein Frühchen, also vor der vollendeten 37. Schwangerschaftswoche geboren, rund 11.000 Kinder sogar vor der 32. vollendeten Schwangerschaftswoche beziehungsweise mit einem Geburtsgewicht von unter 1.500 Gramm. Damit bilden in Deutschland Frühgeborene die größte Patientengruppe unter Kindern. Nicht anders ist die Situation in den anderen Ländern der Welt, insgesamt ist eins von zehn Kindern ein Frühgeborenes.

Dennoch werden Probleme und Risiken für die weitere Entwicklung dieser Kinder nicht in entsprechendem Maß wahrgenommen. Um Frühgeborenen und ihren Familien eine Stimme zu geben, hat die European Foundation for the Care of Newborn Infants (EFCNI) bereits im Jahr 2008 den Welt-Frühgeborenen-Tag ins Leben gerufen, der jährlich am 17. November stattfindet und so Elternverbände in ganz Europa, Afrika, Amerika und Australien auf die Belange von Frühgeborenen und ihren Familien aufmerksam machen.

Insbesondere während der Corona-Krise bestanden vor allem für frischgebackene Eltern von Frühgeborenen oder kranken Neugeborenen zusätzliche Belastungen. Aufgrund der anhaltenden Pandemie ist der Zugang zu den neonatologischen Stationen, die für eine Versorgung der sensiblen kleinen Patientinnen und Patienten zuständig sind, vielerorts eingeschränkt. Dennoch gilt es, die Eltern-Kind-Bindung maßgeblich zu unterstützen und zu fördern, damit die Eltern nach der, auch ohne Corona-Beschränkungen, belastenden Anfangszeit möglichst gestärkt und selbstsicher mit ihrem Kind ins häusliche Umfeld entlassen werden können. Das internationale Motto des diesjährigen Welt-Frühgeborenen-Tages lautet daher auch: Niemals getrennt (Zero Separation. Act now! Keep parents and babies born too soon together.)

Die Überlebenschancen der Frühgeborenen haben sich in den Jahren kontinuierlich verbessert. „Die Fortschritte in der Medizin machen es immer öfter möglich, dass Neugeborene den verfrühten Start ins Leben unbeschadet meistern. Wir als Neonatologie im Städtischen Klinikum Braunschweig schließen uns der weltweiten Aktion an, um auf die besonderen Belange unserer kleinen Patientinnen und Patienten und ihrer Familien aufmerksam zu machen“, so Dr. Jost Wigand Richter, Leiter der neonatologischen und pädiatrischen Intensivmedizin am Klinikum Braunschweig. Er versorgt selbst täglich gemeinsam mit seinem Team Frühgeborene im Perinatalzentrum des Klinikums.

Die Idee zur Beleuchtung von exponierten Gebäuden auf der ganzen Welt stammt ursprünglich von der amerikanischen Organisation March of Dimes und erfreut sich eines immer größer werdenden Zuspruchs. Neben vielen anderen Aktionen erstrahlen auch in Deutschland am Abend des 17. November regionale Wahrzeichen oder Klinikgebäude, wie beispielsweise in der Vergangenheit das Heidelberger Schloß, der Münchner Olympiaturm oder das Bettenhochhaus der Charité in der Farbe lila.