Der Rettungsdienst Braunschweig und die Krankenhäuser in der Löwenstadt nutzen seit Anfang September ein gemeinsames digitales Notfallportal. „Ziel ist es, die Zusammenarbeit zwischen Rettungsdienst und den weiterversorgenden Krankenhäusern zu optimieren“, verdeutlicht Dr. Thomas Bartkiewicz, Ärztlicher Direktor des Klinikums Braunschweig. „Zugleich ist das Notfallportal ein Meilenstein, weil erstmals alle Krankenhäuser in Braunschweig eingebunden sind.“ Beteiligt sind neben dem Rettungsdienst die Notaufnahmen des Klinikums Braunschweig, des Krankenhauses Marienstift und des Herzogin-Elisabeth-Hospitals (HEH).

„Bei dem Notfallportal handelt es sich um ein neues, internetbasiertes System, das Behandlungs- und Bettenkapazitäten der beteiligten Krankenhäuser anzeigt und so lebenswichtige Informationen zu Behandlungsmöglichkeiten zur richtigen Zeit vermittelt“, erläutert Wolfgang Jitschin, Geschäftsführer des Krankenhauses Marienstift. Neben den freien Kapazitäten zeigt es auch deren jeweilige medizinischen Fachbereiche und speziellen Behandlungsmöglichkeiten auf. Die detaillierten Informationen werden dem Rettungsdienst über eine webbasierte Schnittstelle an den Einsatzort übermittelt. Insgesamt wird dabei zwischen rund 180 Diagnosegruppen unterschieden. Seit dem 1. September kann das Rettungsdienstpersonal neben der geeigneten Klinik auch die zeitaktuelle Auslastung der Aufnahmestation prüfen.

„Für den Braunschweiger Rettungsdienst stellt das Notfallportal der Krankenhäuser einen großen Gewinn dar“, resümiert Dr. Andreas Höft, Ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes bei der Feuerwehr Braunschweig. „Durch die organisationsübergreifenden Absprachen der Krankenhäuser hat sich die Leistungsfähigkeit zur Aufnahme von Notfallpatienten erhöht. Das ist ein enormer Zugewinn für die Braunschweiger Bürger und das Rettungsdienstpersonal“, so Höft weiter.

Entwickelt hat die App skbs.digital, eine Tochtergesellschaft des Klinikums Braunschweig. Im Jahr 2020 soll dieses System im webbasierten Interdisziplinären Versorgungsnachweis IVENA eHealth untergebracht werden. Letzteres wird innerhalb der Rettungskette noch mehr Möglichkeiten bieten, denn dann können auch die Notaufnahmen der Krankenhäuser bereits vorab sehen, welcher Patient in welchem Zustand vom Rettungsdienst eingeliefert wird.

Mit der aktuellen Zwischenlösung über das Notfallportal profitieren Patienten schon jetzt. Außerdem kann das zukünftige IVENA-System bereits heute in seiner Grundstruktur erprobt werden.