„Lungenkrebserkrankungen zählen zu den am häufigsten auftretenden bösartigen Tumorerkrankungen. Es ist uns daher ein wichtiges Anliegen, Betroffenen bestmöglich zu helfen“, erklärt Klinikum-Geschäftsführer Dr. Andreas Goepfert. „Mit dem Lungenkrebszentrum verfügt das Klinikum Braunschweig über ein hoch qualifiziertes Zentrum zur Prävention, Früherkennung, Diagnostik und Therapie sowie der palliativen Behandlung von Lungenkrebs. Wir sind sehr stolz darauf, dass dieses durch die Deutsche Krebsgesellschaft mit der Verleihung des Zertifikates bestätigt wurde.“

Auch für Dr. Thomas Bartkiewicz, ärztlicher Direktor des Klinikums Braunschweig, steht der Mensch im Mittelpunkt: „In Niedersachsen gibt es nur noch vier weitere solcher Zentren. Durch die Schaffung des Lungenkrebszentrums Braunschweig verbessern wir die Versorgung von Lungenkrebserkrankten nicht nur in der Stadt sondern über die Region hinaus erheblich. Sie müssen keine weiten Anreisen in Kauf nehmen und finden bei uns eine breitgefächerte medizinische Versorgung auf universitärem Niveau.“

Eine wichtige Rolle spiele hierbei auch die Pflege, betont Pflegedirektor Ulrich Heller: „Wir haben deshalb im Zuge der Etablierung des Lungenkrebszentrums zum einen spezielle Fachkräfte für Atmungstherapie ausgebildet und zum anderen die Weiterbildung der Pflegekräfte in den betreffenden Abteilungen und Stationen u.a. im Bereich Funktionsdiagnostik intensiviert.“

Das Lungenkrebszentrum ist Bestandteil des „Cancer Center Braunschweig - Das Tumorzentrum für die Region (CCB)“, welches die Zusammenarbeit der an der Tumortherapie beteiligten Kliniken und Institute des Klinikums Braunschweig koordiniert. „Durch das enge Zusammenspiel von Fachärztinnen und Fachärzten aus den Bereichen Pneumologie, Herz-Thorax-Chirurgie, Onkologie, Strahlentherapie, Pathologie und Radiologie bieten wir Tumordiagnostik und -therapie auf höchstem wissenschaftlichem Stand“, erläutert Prof. Dr. Wolfgang Hoffmann, Sprecher des Cancer Center und Chefarzt der Klinik für Radioonkologie und Strahlenmedizin. „Das CCB war das erste zertifizierte onkologische Zentrum in der Region.“

Bei Verdacht auf eine Krebserkrankung oder bei bereits gesicherter Diagnose erfolgt im Lungenkrebszentrum zunächst die individuell notwendige Diagnostik. Eine enge Absprache mit dem Hausarzt und den ambulant mitbehandelnden Fachärzten ist dabei stets gewährleistet. „Unbehandelte bösartige Tumore der Lunge und des Bronchialsystems führen in relativ kurzer Zeit zum Tode“, umreißt Privatdozent Dr. Thomas Fühner, Chefarzt der Klinik für Pneumologie und Beatmungsmedizin, die Gefährlichkeit von Lungentumoren. „Eine schnelle Diagnostik und Therapie sind daher für das Überleben entscheidend“.

Die für die Behandlung erforderlichen Untersuchungen, wie z.B. Bronchoskopie, Ultraschall, Computertomografie, Kernspintomografie sowie die mikroskopische Diagnostik der Gewebeproben, erfolgen direkt im Klinikum Braunschweig und werden ambulant oder stationär durchgeführt.

In der wöchentlichen Tumorkonferenz erstellt ein interdisziplinäres Ärzteteam für jeden Patienten eine individuell angepasste Therapieempfehlung, basierend auf dem Tumorstadium, den aktuellen Leitlinien der wissenschaftlichen Fachgesellschaften und den spezifischen Belangen des jeweiligen Patienten. Die chirurgische Behandlung, oft in Kombination mit der Chemo- und Bestrahlungstherapie, ist dabei oft der erste Schritt. „Je nach feingewerblichem Typ von Geschwulst, kann eine chirurgische Entfernung eines Teiles der Lunge bis zu einer Entfernung einer kompletten Lungenhälfte notwendig werden“, erklärt Privatdozent Dr. Wolfgang Harringer, Chefarzt der Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie.

Die gesamte Behandlung erfolgt in Abstimmung mit den niedergelassenen Ärzten und umfasst auch die Nachsorge sowie ggf. eine palliative Behandlung. „Die Diagnose Lungenkrebs stellt für Betroffene und Angehörige eine große seelische und körperliche Belastung dar", so Oberarzt Dr. Tielko Seeba, Koordinator des Lungenkrebszentrums. "Deshalb bieten wir - neben der spezifischen Tumortherapie und einer psychoonkologischen sowie palliativmedizinischen Betreuung - weitere unterstützende Angebote wie beispielsweise Sozialdienstberatung, Physio-, Atem- und Schmerztherapie an.“ Darüber hinaus würden Kontakte zu Selbsthilfegruppen vermittelt und ein Angebot zur Rauchentwöhnung sei in Planung, so Dr. Seeba weiter.

Kontakt

Städtisches Klinikum Braunschweig

Cancer Center Braunschweig Lungenkrebszentrum

Oberarzt Dr. Tielko Seeba

Salzdahlumer Straße 90

38126 Braunschweig

Telefon: 0531 595 4530

Fax: 0531 595 4532

E-Mail: lungenkrebszentrum@klinikum-braunschweig.de

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