Es begann eigentlich harmlos. „Ich war im letzten Jahr auf dem Weihnachtsmarkt in Braunschweig und konnte plötzlich mein Essen nicht mehr schlucken“, erinnert sich Horst-Günter W. „Nach wenigen Stunden war es vorbei und ich habe ich es einfach ignoriert. Anfang Februar konnte ich plötzlich nichts mehr schlucken, da habe ich mir dann doch ernsthaft Gedanken gemacht und bin zum Arzt gegangen“, berichtet er weiter. „Der hat mich zur Magenspiegelung ins Klinikum Braunschweig geschickt.“ Die Diagnose dort war ein Schock: Speiseröhrenkrebs. „Zunächst bekam ich Chemotherapie, danach wurde ich operiert“, erinnert er sich.

Den Eingriff nahm Prof. Dr. Dr. h.c. Guido Schumacher, Chefarzt der Chirurgischen Klinik und ausgewiesener Experten in der Speiseröhrenchirurgie, vor. „Von 100.000 Menschen in Deutschland erkranken jährlich etwa sieben an Speiseröhrenkrebs. Das ist zwar im Vergleich zu anderen Krebsarten eher niedrig, aber die Zahl steigt. In anderen Teilen der Welt, z.B. in Asien, ist die Rate viel höher“, berichtet Prof. Schumacher.

„Eine mögliche Ursache für die Entstehung von Speiseröhrenkrebs kann häufiges Sodbrennen sein. Dieses verursacht im Ex­tremfall Entzündungen und chronischen Veränderungen der Schleimhaut und führt am Ende zu einem bösartigen Tumor im Bereich des Übergangs zwischen Magen und Speiseröhre sowie der Speiseröhre selbst“, erklärt Michael Forner, Leitender Oberarzt der Chirurgischen Klinik, die medizinischen Hintergründe. „Dieses kann dann eine chirurgische Entfernung des Tumors notwendig machen.“

„Der Eingriff ist sehr komplex und es gibt nicht viele hierauf spezialisierte Chirurgen“, ergänzt Prof. Schumacher. „Unsere Klinik gehört zu den sieben Zentren in Deutschland, die von der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie als Zentrum für die Chirurgie des Magens- und der Speiseröhre zertifiziert sind. In Niedersachsen sind wir das einzige nichtuniversitäre Zentrum dieser Art. In diesem Jahr wurden wir rezertifiziert, was für uns sowohl eine große Anerkennung als auch Bestätigung der fachlich hohen Qualität unserer Arbeit ist. Pro Jahr führen wir ca. 40 Speiseröhrenkrebs-OPs durch, zum größten Teil in der besonders schonenden minimalinversiven Schlüssellochtechnik.“

Ein Umstand, den auch Horst-Günter W. schätzen gelernt hat. „Die Wunde war wirklich klein und einige Tage nach der Operation konnte ich wieder nach Hause.“ Und sein Fazit: „Aus meiner Sicht hätte die Behandlung im Klinikum nicht besser sein können.“

Aufgrund seiner Erfahrungen rät er jedem, Probleme mit der Speiseröhre nicht auf die leichte Schulter zu nehmen: „Ich weiß bis heute nicht, woher der Krebs kam. Wäre ich später zum Arzt gegangen, würde ich heute vielleicht nicht mehr leben. Wer also Probleme beim Schlucken oder häufig starkes Sodbrennen hat, sollte zum Arzt gehen. Man darf nicht zaudern, sonst kann es zu spät sein.“

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