Aus Braunschweig in die Welt: Chefarzt des skbs gestaltet globale Therapie-Empfehlungen mit
Eine besondere Anerkennung für seine Forschungsarbeit hat das Team um Prof. Dr. Philipp Wiggermann, Chefarzt für Röntgendiagnostik und Nuklearmedizin am Städtischen Klinikum Braunschweig, erhalten: Die „Lancet Oncology“, eine der angesehensten medizinischen Fachzeitschriften der Welt, hat zwei Artikel veröffentlicht, in denen die Mediziner als Co-Autoren mitgewirkt haben.
Das Team um Prof. Dr. Wiggermann hat zusammen mit angesehenen Kollegen aus aller Welt eine Behandlungsempfehlung verfasst, die sich um die Bekämpfung von Lebertumoren und Metastasen mittels Hitze dreht, der sogenannten thermischen Ablation.
„Wir haben zusammen mit Kollegen aus aller Welt quasi eine Betriebsanleitung verfasst, wie man minimalinvasiv thermische Ablationen durchführt”, erklärt Prof. Dr. Wiggermann. „Es ist eine besondere Auszeichnung, dass wir aus Braunschweig die internationalen Standards für die Behandlung von Lebertumoren mitprägen durften. Das zeigt: Spitzenmedizin braucht keine Universitätsklinik im Titel.”
Spitzenforschung im Kreis von 72 Expertinnen und Experten
Prof. Dr. Wiggermann gehörte dabei zu 72 weltweit anerkannten Experten, unter anderem von der Havard University, MD Anderson Houston, Royal Marsden London, Karolinska Stockholm und dem Memorial Sloan-Kettering, die das Konsenspapier gestaltet haben.
Grundlage dafür war monatelange Forschungsarbeit, die zumeist noch neben der täglichen Arbeit geleistet wurde. „Unsere Forschungsarbeit erfolgt meist an den Wochenenden und kommt noch zu unserem normalen Pensum dazu”, berichtet Prof. Dr. Wiggermann. „Aber wir machen das natürlich gerne, weil es absolut notwendig ist. Denn: Wer nicht Zeit in die Forschung investiert, der bleibt perspektivisch in der Medizin von gestern verhaftet. Gerade in einem so großen Haus wie dem skbs ist die Forschung daher unumgänglich.”
Alleinstellungsmerkmal in Braunschweig: Tumorbehandlung mit Strom
Doch Prof. Dr. Wiggermann ist nicht nur einer der erfahrensten und angesehensten Mediziner im Bereich der thermischen Ablation, sondern bietet noch eine weitere, einzigartige Behandlungsmethode an: „Während die thermische Ablation – also die Verödung mit Hitze – inzwischen weltweit standardisiert ist, bieten wir am Klinikum Braunschweig zusätzlich ein nicht-thermisches Verfahren an: die irreversible Elektroporation. Damit können wir auch Tumoren behandeln, die direkt an empfindlichen Gefäßen oder Gallenwegen liegen und mit Hitze nicht erreichbar wären.”
Schneller Weg von der Forschung zu den Patientinnen und Patienten
Die Früchte der Forschungsarbeit kommen den Patientinnen und Patienten des skbs sehr schnell zugute: „Der Weg von der Forschung in die Praxis ist dann ein sehr kurzer”, so Prof. Dr. Wiggermann.
Eine der Nutznießerinnen der minimalinvasiven Eingriffe ist Monika Perlin. Die Seniorin litt an Leberkrebs und vertraute sich Prof. Dr. Wiggermann und seinem Team an. „Ich hatte nach der Operation eigentlich keine Ausfallzeiten. Auch eine Narbe ist mir erspart geblieben. So konnte ich mein Leben direkt wieder problemfrei fortsetzen. Die Behandlung bei Prof. Dr. Wiggermann kann ich daher jedem nur ans Herz legen.” Der Vorteil liegt auf der Hand: PatientInnen aus der Region haben Zugang zu fortschrittlichsten Therapien und müssen sich nicht an spezialisierte Zentren wenden.
Damit das skbs auch in Zukunft seine Spitzenposition behält, erproben die Braunschweiger Mediziner jetzt die Roboternavigation. „Mit der Roboternavigation kommt die nächste Innovationsstufe: Wir können die Behandlungsnadeln noch präziser platzieren – ein Bereich, in dem wir intensiv forschen”, so Prof. Dr. Wiggermann.
