Neue Therapiemöglichkeit im Herzzentrum am skbs erfolgreich gestartet.
Patienten mit schwerer Aortenklappeninsuffizienz haben eine neue Behandlungsmöglichkeit am Herzzentrum im Städtischen Klinikum Braunschweig. Drei Patienten wurden in dieser Woche mit einer minimalinvasiven Therapie mit der speziell für die Aorteninsuffizienz konzipierten JenaValve Trilogy behandelt. Deutschlandweit bieten nur wenige Herzzentren diese Therapie an.
„Mit diesem Verfahren erweitern wir unser Behandlungsspektrum gezielt und können eine bisher bestehende Versorgungslücke schließen. Für viele Betroffene, insbesondere für Patientinnen und Patienten mit einem erhöhten Operationsrisiko gab es bislang keine verlässliche kathetergestützte Behandlungsmöglichkeit. Die bisher etablierten TAVI-Systeme wurden vor allem für stark verkalkte Aortenklappenverengungen entwickelt. Bei einer Aortenklappenundichtigkeit (Aorteninsuffizienz) fehlt diese Verkalkung jedoch häufig, was die Behandlung technisch schwieriger macht, erklärt Chefarzt Prof. Dr. Tibor Kempf. Oberarzt Dr. Ingo Breitenbach ergänzt: „Die speziell für diese Situation entwickelte JenaValve Trilogy ermöglicht durch ein besonderes Clip- und Ankerprinzip erstmals eine stabile und sichere Positionierung der Herzklappenprothese auch ohne ausgeprägte Verkalkung der natürlichen Klappe. Für viele bislang nur eingeschränkt behandelbare
Patientinnen und Patienten eröffnet sich damit eine neue und schonendere Therapieoption.”
Beteiligt waren das interdisziplinäre TAVI Team mit Prof. Dr. Kempf, Dr. Breitenbach und Dr. Gradaus, und erfahrenen Kolleginnen und Kollegen aus Anästhesie und Pflege.
Aktuelle Zahlen-Daten-Fakten zum Klinikum
Mit 1.475 vollstationären Planbetten sowie 24 teilstationären Planbetten und 4.489 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Krankenhaus (fast 5.000 inkl. Tochtergesellschaften) ist das Klinikum Braunschweig eines der größten Arbeitgeber in der Region. Es versorgt als Krankenhaus der Maximalversorgung auf universitärem Niveau die Region Braunschweig mit rund 1,2 Millionen Einwohnern.
Mit 22 Kliniken, 10 selbstständigen klinischen Abteilungen und 8 Instituten wird nahezu das komplette Fächerspektrum der Medizin abgedeckt. Pro Jahr werden mehr als 50.000 Patienten stationär und rund 200.000 ambulant behandelt.
Zwei Standorte gehören zum Städtischen Klinikum:
• Klinikum Salzdahlumer Straße (zukünftig Fichtengrund)
• Klinikum Celler Straße
und das skbs Reha-Sportzentrum in der Nîmes Straße und das Sozialpädiatrisches Zentrum (SPZ) in der Theodor-
Heuss-Straße.
Das Klinikum hat einen Umsatz von rund 460 Millionen Euro pro Jahr.