Selten ist die Diagnose – komplex ist die Versorgung

04.03.2026

Braunschweig. Anlässlich des Tages der seltenen Erkrankungen am 28. Februar und des Welttages der Fehlbildungen am 3. März macht das Städtische Klinikum Braunschweig auf die besondere Versorgungssituation von Kindern mit seltenen Erkrankungen und angeborenen Fehlbildungen aufmerksam.

Das diesjährige Motto „Mehr als Du denkst“ beschreibt dabei nicht nur die Tatsache, dass es viele unterschiedliche seltene Erkrankungen und damit mehr als vier Millionen Betroffene in Deutschland gibt, es beschreibt auch sehr konkret den Versorgungsalltag: Seltene Diagnosen bedeuten für betroffene Familien häufig eine hochkomplexe, interdisziplinäre und langfristige medizinische Begleitung, oft bereits vor der Geburt.

Werden im Rahmen der Pränataldiagnostik Auffälligkeiten bei einem Kind im Mutterleib festgestellt, beginnt am skbs frühzeitig die strukturierte Beratung werdender Eltern. In ausführlichen Gesprächen werden medizinische Hintergründe erläutert, mögliche Verläufe besprochen und die Geburt geplant. Bereits vor der Entbindung wird geklärt, ob eine neonatologische Überwachung unmittelbar nach der Geburt notwendig ist oder ob eine Entbindung in einem spezialisierten Setting erfolgen muss. Ziel ist eine sichere und koordinierte Versorgung vom ersten Lebenstag an.

Interdisziplinäre Erstversorgung

Nach der Geburt erfolgt eine umfassende Untersuchung des Neugeborenen, ob weitere Fehlbildungen oder Begleiterkrankungen vorliegen. Da angeborene Fehlbildungen häufig mehrere Organsysteme betreffen, arbeiten Neonatologie, Kinderchirurgie, Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie, Neurochirurgie,
HNO-Heilkunde, Augenheilkunde, Kinderradiologie und weitere Disziplinen eng zusammen.

Die weitere Behandlung wird im Zentrum für konservative und operative Kinder- und Jugendmedizin interdisziplinär koordiniert. Diagnostik, operative Schritte und konservative Therapien werden gemeinsam geplant und kontinuierlich überprüft.

Mit einer Operation ist die Behandlung jedoch häufig nicht abgeschlossen. Viele Kinder benötigen eine langfristige Begleitung über das Sozialpädiatrische Zentrum (SPZ) sowie spezialisierte Fachambulanzen. Dort stehen Entwicklungsbeobachtung, Therapieplanung, Nachsorge und die Beratung der Familien im Mittelpunkt. Für die Familien bedeutet dies oft einen großen Zeitaufwand über Jahre.

Klare Botschaft an die Gesundheitspolitik

Die Versorgung von Kindern mit seltenen Erkrankungen und angeborenen Fehlbildungen ist personal- und koordinationsintensiv. Sie lässt sich nicht in standardisierte Abläufe pressen und erfordert spezialisierte Strukturen. Gerade deshalb ist es wichtig, dass hochspezialisierte pädiatrische Versorgungsangebote langfristig gesichert und finanziert werden. Denn Einsparungen in diesem Bereich träfen eine Patientengruppe, die besonders viel Aufmerksamkeit verdient - Kinder mit oft lebenslangen medizinischen Herausforderungen.

Aktuelle Zahlen-Daten-Fakten zum skbs

Mit 1.475 vollstationären Planbetten sowie 24 teilstationären Planbetten und 4.489 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Krankenhaus (fast 5.000 inkl. Tochtergesellschaften) ist das Klinikum Braunschweig eines der größten Arbeitgeber in der Region. Es versorgt als Krankenhaus der Maximalversorgung auf universitärem Niveau die Region Braunschweig mit rund 1,2 Millionen Einwohnern. Mit 22 Kliniken, 10 selbstständigen klinischen Abteilungen und 8 Instituten wird nahezu das komplette Fächerspektrum der Medizin abgedeckt. Pro Jahr werden mehr als 50.000 Patienten stationär und rund 200.000 ambulant behandelt.

Zwei Standorte gehören zum Städtischen Klinikum:

  • Klinikum Salzdahlumer Straße
  • Klinikum Celler Straße
  • das skbs Reha-Sportzentrum in der Nîmes Straße
  • und das Sozialpädiatrisches Zentrum (SPZ) in der Theodor-Heuss-Straße.

Das Klinikum hat einen Umsatz von rund 460 Millionen Euro pro Jahr.

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