Es ist ein Krankheitsbild, das viele betrifft: Herzinsuffizienz oder anders ausgedrückt: Herzschwäche. Wenn das Herz das Blut nicht mehr richtig durch die Adern pumpt, kommt es wegen des damit verbundenen Nährstoff- und Sauerstoffmangels in den Organen zum zunehmenden Verlust der körperlichen Leistungsfähigkeit. Sowohl die Gründe als auch die Auswirkungen sind vielfältig und müssen zielgerichtet erkannt und optimal behandelt werden. Dem komplexen Thema begegnet das Klinikum Braunschweig mit gebündelter Kompetenz: Erst kürzlich wurde das Herzinsuffizienzzentrum des Maximalversorgers von einem Expertengremium zertifiziert.

Jedes Jahr werden in der Klinik für Kardiologie und Angiologie des Klinikums Braunschweig 700 bis 900 Patientinnen und Patienten alleine wegen einer schweren Herzinsuffizienz behandelt. Dazu kommen hunderte weitere Patienten, die zusätzlich zu anderen Erkrankungen auch an einer Herzschwäche leiden. Prof. Dr. Matthias Heintzen, Chefarzt der Klinik für Kardiologie und Angiologie, erklärt: „Um diese Patienten optimal zu behandeln, haben wir als Maximalversorger im Klinikum Braunschweig unsere Kompetenzen gebündelt, ein interdisziplinäres Behandlungsteam formiert und das Herzinsuffizienzzentrum gegründet. Kürzlich wurde es von einem Expertengremium der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie zertifiziert.“ Heintzen weiter: „Wir sind gemeinsam mit unseren klinischen Partnern stolz auf die gute Entwicklung, die das Zentrum schon jetzt genommen hat.“ Unter Leitung von Oberarzt Jan Ballof arbeiten die Spezialisten interprofessionell und interdisziplinär. Neben erfahrenen Kardiologen und dem Team der Herzchirurgie unter Leitung von Oberarzt Khaldoun Ali sowie der Nephrologie unter Leitung von Oberärztin Dr. Gabriele Eden zählt auch die zertifizierte Heart Failure Nurse Dana Zeinert zum Team. Sie nimmt eine Schlüsselposition zwischen Patientinnen und Patienten, Angehörigen sowie Ärzten in Klinik und Praxis ein. Darüber hinaus ist sie aktiv bei der Patientenschulung, koordiniert die Untersuchungen, sorgt mit für die Anpassung der Medikamente und kümmert sich um notwendige Verlaufskontrollen. Dana Zeinert: „Wir wissen, dass durch diese Unterstützung die Therapietreue und Zufriedenheit von Patienten verbessert werden und sogar positive Effekte auf Sterblichkeit und Häufigkeit von Krankenhauseinweisungen entstehen.“

An den wöchentlichen Herzinsuffizienz-Konferenzen nehmen Ärzte aus Kardiologie, Herzchirurgie und Nephrologie teil. Wöchentliche Schulungen für Patienten geben diesen die Möglichkeit, mehr über ihre Erkrankung zu erfahren. Darüber hinaus werden Fachkräfte aus Pflege, Physiotherapie und ambulant unterstützenden Disziplinieren eingebunden, um neben der bestmöglichen medizinischen Versorgung die Rekonvaleszenz der Patienten zu fördern und eine nachhaltige Stabilisierung des Krankheitsbildes zu sichern.

Das Konzept einer Herzinsuffizienz Schwerpunktklinik werde „ausgesprochen gut umgesetzt“, es handelt sich um ein „hochmotiviertes Team“ heißt es jetzt in der offiziellen Stellungnahme der Gutachter. Der Ärztliche Direktor Dr. Thomas Bartkiewicz freut sich über die Zertifizierung: „Sie ist eine Anerkennung für unsere hochprofessionelle Arbeit.“ Oberarzt Jan Ballof sagt: „Mit der Zertifizierung setzen wir ein Signal in der Öffentlichkeit: Die Herzinsuffizienz ist zum Wohle der Betroffenen stärker in den Fokus gerückt. Wir wollen Patientinnen und Patienten in einem interdisziplinären Netzwerk eine individuelle Diagnostik und Therapie anbieten, bei der von allen Seiten auf die Erkrankung geschaut wird. Dabei ist uns auch die Schnittstelle zwischen stationärer Behandlung und ambulanter Therapie besonders wichtig.“ Oberarzt Khaldoun Ali erklärt: „Die enge Zusammenarbeit sowohl im Team, als auch mit externen und niedergelassenen Partnern ermöglicht beste Behandlungserfolge; das wichtigste Ziel unserer Arbeit.“