"Unfallfrei statt Böllerei" - Kliniken am skbs warnen

05.12.2025

Am 7. Dezember findet bundesweit der Tag des brandverletzten Kindes (TDBK) statt. Unter dem diesjährigen Motto „Unfallfrei statt Böllerei“ machen die Klinik für Kinderchirurgie und Kinderurologie, die Klinik für Kinder - und Jugendmedizin, die Augenklinik und die Klinik für Hals -, Nasen - und Ohrenheilkunde (HNO -Klinik) auf die erheblichen Gefahren aufmerksam, denen Kinder durch Feuerwerkskörper, aber auch durch Feuer oder heiße Flüssigkeiten ausgesetzt sind.

Brandverletzungen gehören zu den häufigsten Unfallfolgen bei Kindern
Jedes Jahr werden in Deutschland mehrere tausend Kinder wegen thermischer Verletzungen medizinisch behandelt, viele davon sind jünger als 5 Jahre. Ein erheblicher Teil benötigt eine stationäre Versorgung. In unserem Haus übernimmt die Klinik für Kinderchirurgie und Kinderurologie die spezialisierte Behandlung brandverletzter Kinder, die am Jahresende besonders häufig durch Feuerwerk, Adventskerzen oder
Verbrühungen durch heiße Flüssigkeiten hervorgerufen werden. „Verbrennungen gehören zu den schmerzhaftesten Verletzungen überhaupt und können langfristige körperliche wie auch psychische Folgen hinterlassen. Prävention ist deshalb ein zentrales Anliegen“, betont PD Dr. Andrea Schmedding, Leitung der Kinderchirurgie und Kinderurologie.

Feuerwerk birgt erhebliches Risiko für Augen -, Ohren - und Handverletzungen
Rund um Silvester steigt das Risiko für Verletzungen von Augen, Ohren und Händen bei Kindern stark an. Bundesweite Erfassungen zeigen: In den vergangenen Jahren wurden jährlich mehrere hundert feuerwerksbedingte Augenverletzungen registriert – mehr als ein Drittel der Betroffenen sind Kinder und Jugendliche. Ein Großteil der Verletzten war nicht einmal aktiv am Abbrennen von Feuerwerk beteiligt. Hinzu
kommen die teilweise irreparablen Schäden am Hörorgan bis hin zur Ertaubung sowie bleibende Schäden an den Händen.

Die Augenklinik des Städtischen Klinikums Braunschweig behandelt jedes Jahr Kinder, die durch Raketen, Böller oder Splitter schwere Augenverletzungen erleiden. „Ein einzelner Funken oder eine kleine Explosion kann dauerhaftes Sehen gefährden. Augenverletzungen durch Feuerwerk gehören zu den vermeidbaren Notfällen“, warnt die Dr. Erik Chankiewitz, Chefarzt der Augenklinik.

In der HNO -Klinik werden teilweise die identischen Patienten und Patientinnen wegen ihrer parallelen Schädigung der Hörorgane behandelt: „Der Knall selbst der kleinsten Silvesterkracher kann zu einer irreversiblen Ertaubung führen“, berichtet Prof. Andreas Gerstner, Chefarzt der HNO -Klinik. Der Berufsverband der HNO -Ärzte und Ärztinnen und die HNO -Fachgesellschaft treten schon seit langem für ein Verbot der privaten Böllerei ein.

Gemeinsamer Appell: Kinder schützen – Risiken ernst nehmen
Die beteiligten Kliniken weisen gemeinsam darauf hin, dass viele der Unfälle mit Feuerwerk vermeidbar wären. Sie empfehlen:
Kinder während Silvester jederzeit intensiv beaufsichtigen und genügend großen Abstand zu
Feuerwerk einhalten.

  • Nur geprüftes Feuerwerk kaufen, oder wenn möglich auf privates Feuerwerk zu verzichten.
  • Böller niemals am Körper tragen.
  • Niemals Böller oder Raketen aus der Hand zünden.
  • Blindgänger niemals ein zweites Mal anzünden.

„Der Tag des brandverletzten Kindes erinnert uns daran, wie wichtig Aufklärung und Vorsicht sind. Jeder vermiedene Unfall erspart einem Kind Leid – und häufig lebenslange Folgen“, betonen die Kliniken gemeinsam.

Über den Tag des brandverletzten Kindes
Der TDBK wird jährlich am 7. Dezember begangen. Er wurde von Paulinchen – Initiative für brandverletzte Kinder e. V. ins Leben gerufen, um über Brandverletzungen aufzuklären, Präventionsarbeit zu stärken und betroffene Familien zu unterstützen. Das Motto 2025 lautet „Unfallfrei statt Böllerei“ und rückt die Gefahr von Feuerwerksverletzungen besonders in den Fokus.

Aktuelle Zahlen -Daten -Fakten zum skbs
Mit 1.475 vollstationären Planbetten sowie 24 teilstationären Planbetten und 4.489 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Krankenhaus (fast 5.000 inkl. Tochtergesellschaften) ist das Klinikum Braunschweig eines der größten Arbeitgeber in der Region. Es versorgt als Krankenhaus der Maximalversorgung auf universitärem Niveau die Region Braunschweig mit rund 1,2 Millionen Einwohnern. Mit 22 Kliniken, 10 selbstständigen klinischen Abteilungen und 8 Instituten wird nahezu das komplette Fächerspektrum der Medizin abgedeckt. Pro Jahr werden mehr als 50.000 Patienten stationär und rund 200.000 ambulant behandelt.

Zwei Standorte gehören zum Städtischen Klinikum:

  • Klinikum Salzdahlumer Straße (zukünftig Fichtengrund)
  • Klinikum Celler Straße
  • das skbs Reha -Sportzentrum in der Nîmes Straße
  • und das Sozialpädiatrisches Zentrum (SPZ) in der Theodor -Heuss -Straße.

Das Klinikum hat einen Umsatz von rund 460 Millionen Euro pro Jahr.

 

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