Neurochirurgische Premiere: skbs mit erster bioresorbierbarer Schädelknochen-Rekonstruktion in Niedersachsen

22.09.2025
Innovatives Leitungsteam der Neurochirurgie am skbs
Chefarzt Prof. Dr. Klaus Zweckberger und leitender Oberarzt Dr. Henrik Giese bringen innovative Ansätze aus der Neurochirurgie wie die erste bioresorbierbare Schädelknochen-Rekonstruktion nach Braunschweig.

Ein Stück Zukunftsmedizin ist in Braunschweig angekommen: Am 5. September 2025 hat die Klinik für Neurochirurgie des Städtischen Klinikums Braunschweig als erstes Krankenhaus in Niedersachsen und als zweite Klinik bundesweit eine völlig neuartige Schädelknochen-Rekonstruktion durchgeführt. Es handelt sich um ein patientenspezifisches Implantat, das im 3D-Druckverfahren aus bioresorbierbaren Materialien hergestellt wurde – und sich innerhalb von zwei Jahren in körpereigenes Knochengewebe umwandelt.

Bislang kamen bei solchen Eingriffen Implantate aus Titan oder Kunststoff zum Einsatz, die dauerhaft im Körper verblieben. Mit dem neuen Verfahren eröffnet sich erstmals die Möglichkeit, Defekte im Schädel so zu behandeln, dass am Ende wieder ausschließlich körpereigener Knochen vorhanden ist.

„Diese Innovation markiert einen echten Paradigmenwechsel in der Neurochirurgie“, erklärt Prof. Dr. Klaus Zweckberger, Chefarzt der Klinik für Neurochirurgie. „Wir können Patientinnen und Patienten nicht nur sicher versorgen, sondern gleichzeitig das natürliche Knochenwachstum anregen. Damit entfällt das lebenslange Tragen eines Fremdmaterials.“

Durchgeführt wurde die Premiere von Dr. Henrik Giese, Leitender Oberarzt der Klinik für Neurochirurgie. „Die Passgenauigkeit des Implantats war beeindruckend – es fügte sich wie ein maßgeschneiderter Schlüssel in die bestehende Schädelstruktur ein“, berichtet Giese. „Die Kombination aus 3D-Druck, bioresorbierbarem Material und körpereigenem Knochenmark eröffnet uns völlig neue Dimensionen in der rekonstruktiven Medizin.“

Auch die Klinikleitung zeigt sich stolz auf den Erfolg: „Das Städtische Klinikum Braunschweig steht für innovative Hochleistungsmedizin auf universitärem Niveau“, betont Prof. Dr. Thomas Gösling, Ärztlicher Direktor des Klinikums. „Diese Operation ist ein starkes Signal für die medizinische Exzellenz in unserer Region – und sie zeigt, wie sehr Hightech und Menschlichkeit bei uns Hand in Hand gehen.“

Der Eingriff wurde aufwendig vorbereitet: Zunächst wurde der Schädel des Patienten millimetergenau per Computertomographie vermessen. Aus diesen Daten fertigte die Firma Zimmer Biomet gemeinsam mit dem Kooperationspartner Osteopore® ein individuelles 3D-Modell an. Vor der Implantation wurde die Schädelplastik mit körpereigenem Knochenmark behandelt, um die Regeneration zu beschleunigen.

Innerhalb der kommenden Monate soll ein CT zeigen, wie schnell der Prozess des Knochenaufbaus voranschreitet. Spätestens nach zwei Jahren ist das Ziel erreicht: Das Implantat ist vollständig durch körpereigenes Knochengewebe ersetzt – ohne Fremdmaterial, ohne langfristige Belastung.

Mit diesem erfolgreichen Eingriff positioniert sich das Städtische Klinikum Braunschweig an der Spitze der medizinischen Innovation in Deutschland. Patientinnen und Patienten können von einer Behandlung profitieren, die bislang nur in Asien erprobt wurde und nun erstmals auch in Niedersachsen angewendet wird.

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