Operative Behandlung von Hypospadien

Die häufigste angeborene Fehlbildung des männlichen Genitales ist eine sogenannte Hypospadie. Hierbei handelt es sich um eine Fehlmündung der Harnröhre an der Unterseite des Penis. Zusätzlich besteht ein fehlender Schluss der Vorhaut, so dass eine „Vorhautschürze“ vorliegt, die optisch sehr störend sein kann. In manchen Fällen besteht zusätzlich eine Schaftkrümmung des Penis, bedingt durch Narbengewebe an der Unterseite des Penis.

Bei welchen Krankheitsbildern ist die Operation geeignet?

Je nach Schweregrad der Veränderung muss nicht nur ein kosmetisch störender Aspekt korrigiert werden, sondern es stehen funktionelle Aspekte im Vordergrund. Eine frühzeitige Vorstellung in unserer Sprechstunde wird empfohlen – auf jeden Fall vor dem 1. Geburtstag.

Welche Ziele hat die Operation?

Die Öffnung der Harnröhre muss von der Unterseite des Penis in die Eichel verlängert werden. Dies erfolgt über eine operative Korrektur mit körpereigenem Gewebe. Eine Krümmung des Penis-Schaftes muss beseitigt werden.

Wie sind die Erfolgsaussichten der Operation?

Die Erfolgsaussichten sind in der Regel gut. Die Tatsache, dass es unzählige Operationsmethoden bei der Hypospadie gibt, ist ein Hinweis darauf, dass es leider häufiger postoperative Komplikationen gibt als bei anderen Operationen (s. unten). Je nach Befund kann die Korrektur in ein oder zwei operativen Schritten erfolgen.

Wie ist der Ablauf der Operation?

Die stationäre Aufnahme ist in der Regel am Tag vor der Operation. Es erfolgt eine körperliche Untersuchung, der Urin wird untersucht und die Aufklärungen für die Narkose und die Operationen werden durchgeführt. Intraoperativ erfolgt je nach Befund eine komplette Korrektur (incl. der Entfernung der Vorhaut-Schürze) oder der erste Schritt bei Schaftkrümmung. Das wird nach der Operation mit den Eltern genau besprochen. Es wird ein weicher Katheter durch die neue Harnröhre in die Blase gelegt und der Urin mit Hilfe einer Doppelwindel aufgefangen. Katheter und Verband werden 5-7 Tage belassen, die Entfernung erfolgt unter Sedierung und nach Gabe eines Schmerzmittels.

Welche Komplikationen können auftreten?

Eine Enge der neugebildeten Harnröhre ist möglich und äußert sich über Beschwerden beim Wasserlassen und einer Veränderung des Harnstrahles. Auch eine Fistel, die durch einen zweiten Harnstrahl auffällt, kann im Verlauf nach Auflösen der Fäden entstehen. In der Regel ist dann nach 6 bis 9 Monaten eine 2. Operation notwendig. Der spontane Verschluss einer Fistel ist selten.

Wissenswertes

Die Patienten werden bei uns nicht im Bett fixiert und es wird kein Katheter durch die Bauchdecke gelegt. Auch erfolgt keine routinemäßige Gabe von Antibiotika, der Urin wird regelmäßig untersucht. Durch die standardisierte Gabe von Schmerzmitteln sind die Kinder rasch beschwerdefrei.

Wichtige Hinweise

In Braunschweig werden alle Formen der Hypospadie operiert. Gerne bieten wir eine Zweitmeinung an - auch nach einer auswärtigen Erstoperation. Die Korrektur zwischen dem 14. und 18. Lebensmonat ist je nach Größe des Genitales am sinnvollsten. Alle Operationsschritte sollten vor der Einschulung abgeschlossen sein.