Koloskopie (Darmspiegelung)

Gastroenterologie & Diabetologie

Salzdahlumer Straße 90, 38126 Braunschweig
Fax: 0531 595 2653

Bei der Koloskopie wird der Dickdarm bis zum Übergang in den Dünndarm dargestellt. Dazu wird das Endoskop in den Anus eingeführt und vorgeschoben. Die Technik und die Möglichkeiten entsprechen weitgehend der Magenspiegelung, das Gerät ist lediglich dicker und länger.

Welche Ziele hat die Untersuchungsmethode?

  • Probengewinnung von verdächtigen Bereichen: Wie bei der Magenspiegelung kann durch eine kleine Zange Gewebe aus der Schleimhaut gezupft und dies anschließend unter dem Mikroskop untersucht werden.
  • Abtragungen von Polypen: Polypen selber sind meist nicht bösartig, es ist jedoch bekannt, daß sie entarten können. Aus diesem Grunde werden sie abgetragen. In den meisten Fällen wird dazu eine Schlinge um den Polypen gelegt und dieser dann abgeschnürt. Der Polyp wird anschließend geborgen und unter dem Mikroskop untersucht.
  • Blutstillung: Bei Blutungen aus dem Darm kommen die selben Techniken wie bei der Magenspiegelung zum Einsatz. Bei allen Blutungen aus dem Darm kann es jedoch sein, daß die eigentliche Blutungsquelle im Magen liegt. In einigen Fällen wird deshalb vor einer Darmspiegelung zunächst eine Magenspiegelung durchgeführt. Weiterhin wissen wir aus Erfahrung, daß viele Darmblutungen bereits zum Stehen kommen, wenn man die Vorbereitung zur Darmspiegelung durchführt. Daher kann es passieren, daß Sie im Rahmen einer Notaufnahme sofort für eine Darmspiegelung vorbereitet werden, auch wenn diese erst in einigen Tagen stattfinden wird.
  • Abtragung von bösartigen Veränderungen der Schleimhaut (endoskopische Mukosa- und Submukosaresektion): Bei diesem Verfahren wird mit dem Endoskop verdächtige, bzw. nachgewiesenermaßen bösartig veränderte Schleimhaut mit dem Endoskop abgetragen. Damit kann unter Umständen eine Operation verhindert werden. Voraussetzung ist jedoch, daß tiefere Schichten des Organes noch nicht betroffen sind. Siehe endoskopische Resektionsverfahren
  • Stentanlage im Enddarm: Wenn ein vollständiger Verschluß droht, kann ein Drahtgeflecht in Form einer Röhre in die betroffene Region eingelegt werden, daß den Verschluß verhindert. Dieses Verfahren wird nur angewandt, wenn eine andere Möglichkeit der Therapie nicht mehr besteht.

Wie ist der Ablauf der Untersuchung?

Voraussetzung, dass die Untersuchung erfolgreich durchgeführt werden kann, ist eine konsequente Vorbereitung:

Wenn noch Stuhlreste im Darm sind, ist eine Beurteilung des Darmes nicht möglich. Zur Vorbereitung erhält der Patient daher ab dem Vorabend nur noch Flüssigkost und beginnt dann mit dem Abführen: Dabei muss mindestens 3 Liter einer Salzlösung getrunken werden, die den Darm durchspült. Ist die Flüssigkeit, die zuletzt aus dem Darm austritt nicht vollständig klar, ist eine Untersuchung nicht sinnvoll. Dann muss der Patient in seltenen Fällen mehr als drei Liter Spüllösung trinken. Seit einiger Zeit verwenden wir in unserem Hause eine in Zusammenarbeit mit der Apotheke selber entwickelte Spüllösung. Vorteil dieser Lösung gegenüber industriell hergestellten Präparaten ist, dass der Patient im Vergleich deutlich weniger Flüssigkeit trinken muss und der Geschmack vielfach als angenehmer empfunden wird.

Die Untersuchung kann sowohl mit als auch ohne einem beruhigend wirkendem Medikament durchgeführt werden und dauert ca. 30-45 Minuten. Während der Untersuchung wird der Darm mit Luft gefüllt, damit sich die Darmwände aufspannen und komplett beurteilt werden können. Diese Luft kann als sehr unangenehm empfunden werden (es fühlt sich an wie Blähungen). Als Besonderheit verwendet die Klinik für Gastroenterologie & Diabetologie daher Kohlendioxid (CO2) zum Aufblasen des Darmes. Dieses ungiftige Gas hat den Vorteil, dass es nach der Untersuchung leichter vom Körper resorbiert wird und somit das Gefühl der Blähung schneller wieder nachlässt. Die übrige Luft verlässt den Körper wie sonst auch mit einem mehr oder weniger lauten Ton. Da der Dickdarm sich mehrfach um die Ecke windet, kann es in wenigen Fällen passieren, daß es nicht möglich ist, alle Ecken zu passieren und bis zum Dünndarm vorzustoßen.

Wissenswertes

Koloskopie mit Scopeguide-Technik zur Reduktion der Strahlenbelastung

Der Dickdarm ist im Bauchraum nur sehr lose aufgehängt und kann sich im Vergleich zum Herzen, das im Rippenfell eingeschlossen ist, sehr frei bewegen. Durch diese freie Bewegung kann der Untersucher nur sehr eingeschränkt beurteilen, an welcher Stelle des Bauchraumes die Gerätespitze liegt. Diese Kenntnis ist wichtig, um das Gerät gefahrlos vorschieben zu können.

Um die Lage des Gerätes im Körper des Patienten sicher bestimmen zu können, war es früher notwendig, den Patienten mittels Röntgenstrahlen zu durchleuchten. Diese Strahlenbelastung soll für Patient und Personal verhindert werden.

Daher setzt das Klinikum Scopeguide-Geräte ein: Dabei ist in das Koloskop ein Impulsgeber eingebaut, der durch eine Antenne ausserhalb des Körpers wahrgenommen wird. Dadurch kann die Lage des Gerätes ohne Anwendung von Röntgenstrahlen bestimmt werden. Dies ist besonders für unsere jüngeren Patienten ein Vorteil, da bei der alten Methode die Fortpflanzungsorgane im Strahlengang lagen.

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