Pflegehinweise bei Bestrahlung im Bereich des Beckens bei Frauen

Celler Straße 38, 38114 Braunschweig
Fax: 0531 595 3453

Sofern Sie bei uns eine Bestrahlungstherapie erhalten, werden Sie durch eine unserer Ärztinnen bzw. einen unserer Ärzte ausführlich über die Notwendigkeit, über die Durchführung und auch über mögliche Nebenwirkungen der Therapie aufgeklärt. Zusätzlich möchten wir Ihnen ergänzende Hinweise zur Pflege während der Bestrahlung an die Hand geben. Diese Informationen ersetzen nicht das vertrauensvolle Gespräch mit Ihrer Ärztin bzw. Ihrem Arzt, die bzw. den Sie bei Rückfragen bitte jederzeit ansprechen.

Es ist notwendig, dass alle Patientinnen und Patienten 1x wöchentlich eine ärztliche Mitarbeiterin oder einen ärztlichen Mitarbeiter des Teams sprechen. Im Gespräch soll die Verträglichkeit, aber auch die Wirkung der Strahlentherapie beurteilt werden. Bitte achten Sie mit darauf, dass dieser wöchentliche Arztkontakt zustande kommt und sprechen Sie notfalls am Ende der Woche die Bestrahlungs-MTA darauf an, wenn Sie noch keinen Arztkontakt hatten.

Ernährung

Bitte ernähren Sie sich während der Therapie ausgewogen und vielseitig . Versuchen Sie, täglich 2 Liter zu trinken. Achten Sie dabei darauf, dass die Getränke keine Fruchtsäuren enthalten . Versuchen Sie, Ihr Körpergewicht zu halten. Vermeiden Sie schwer verdauliche oder blähende Nahrungsmittel (alle Kohlsorten) während der Behandlung. Bei Durchfall sollten Sie abführende Nahrungsmittel vermeiden.

Körperpflege

Duschen oder waschen Sie den Bestrahlungsbereich während der Therapie und bis zum völligen Abklingen der Hautempfindlichkeit nur mit lauwarmen Wasser und einer pH-neutralen Waschlotion. Bitte waschen Sie die Pflastermarkierungen nicht. Vermeiden Sie die Reibung der Haut durch Waschlappen und Handtücher, tupfen Sie die Haut nur vorsichtig trocken. Verwenden Sie bis zum Abklingen Ihrer Hautempfindlichkeit im bestrahlten Bereich keine eigenen Seifen, Cremes, Salben oder Kosmetika. Verwenden Sie während der Bestrah- lungstherapie nur die vom Pflegepersonal empohlenen Körperpflegemittel.

Hautpflege

Ab Bestrahlungsbeginn folgen Sie bitte den Empfehlungen des Pflegepersonals und den Anweisungen der behandelnden Ärztin bzw. des behandelnden Arztes am Bestrahlungsgerät. Bei Hautreaktionen im Bestrahlungsbereich sprechen Sie mit der Ärztin bzw. dem Arzt und verwenden Sie nur die verordneten Pflegemittel. Halten Sie die Haut in der Bauchfalte, in den Leisten und in der Gesäßfalte trocken. Sie können diese Flächen mit weichen Kompressen o.ä. auspolstern. Täglich nach der Bestrahlung können Sie die Haut im Intimbereich und die Gesäßfalte mit ölgetränktem weichem Toilettenpapier abtupfen.

Bekleidung

Bitte vermeiden Sie von Anfang an jede Reibung auf der bestrahlten Haut durch ungeeignete Kleidung. Tragen Sie Unterwäsche aus Naturfasern (Baumwolle oder Seide) und bequeme weite Wäsche, die in den Leisten nicht reibt oder einschnürt.

Wichtige Hinweise

Schleimhaut

Ohne vorsorgliche Pflegemaßnahmen kann es durch die Bestrahlung zu einer Verklebung der Schleimhäute der Scheide kommen. Führen Sie deshalb während der Therapie und noch 8 Wochen danach abends einen mit Bepanthensalbe bestrichenen Tampon in die Scheide ein und entfernen Sie ihn morgens vor der Bestrahlung wieder.

 

Darm-und Blasenfunktion

Bitte benutzen Sie während der Behandlung und bis zum Abklingen der Hautempfindlichkeit nur sehr weiches Toilettenpapier oder reinigen Sie sich mit trockenen Kosmetik- oder Babypflegetüchern, die Sie mit einem pflanzlichen Öl tränken. Wir empfehlen keine Feuchtpflegetücher, da diese chemische Zusatzstoffe enthalten, die die empfindliche, bestrahlte Haut reizen können. Sollten Beschwerden bei der Blasenentleerung (Schmerzen, häufiger Harndrang, Harnträufeln, Inkontinenz) oder der Darmentleerung (Blähungen, häufiger Stuhldrang, Durchfall, Verstopfung oder Inkontinenz) auftreten, nehmen Sie bitte unverzüglich Kontakt mit Ihrer Ärztin bzw. Ihrem Arzt am Bestrahlungsgerät, mit der Stationsärztin bzw. dem Stationsarzt oder dem Pflegepersonal auf.

 

Geschlechtsverkehr

Wenn Sie keine Beschwerden empfinden, können Sie trotz der Behandlung Geschlechtsverkehr haben . Eine eventuell auftretende Trockenheit der Scheidenschleimhaut können Sie mit einem Gleitmittel ohne chemische Zusätze behandeln. Bei Beschwerden wie z. B. Brennen, Jucken oder Ausfluss nehmen Sie bitte Kontakt mit den Ärztinnen und Ärzten der Bestrahlungsambulanz, der Stationsärztin bzw. dem Stationsarzt oder dem Pflegepersonal auf.