Bypasschirurgie

Herz-, Thorax- & Gefäßchirurgie

Salzdahlumer Straße 90, 38126 Braunschweig
Fax: 0531 595 2658
Oberarzt Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Bereichsleitung Herzchirurgie Dr. Marcel Anssar
Oberarzt Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Bereichsleitung Herzchirurgie

Dr. Marcel Anssar

Salzdahlumer Straße 90, 38126 Braunschweig

Der Herzmuskel wird über die Herzkranzarterien (Koronararterien) welche aus der Hauptschlagader nahe am Herzen entspringen mit Blut und somit mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Infolge der Alterung und aufgrund von verschiedenen Risikofaktoren wie z.B. Bluthochdruck, Zuckerkrankheit oder Rauchen kann es zu einer Einengung (Stenose) dieser Gefäße kommen. Hierdurch kann der Durchfluss von Blut vollständig oder teilweise unterbrochen werden. Hierbei spricht man von der koronaren Herzkrankheit. Typische Symptome sind Schmerzen im Brustkorb, welche in den linken Arm ausstrahlen können (Angina Pectoris), Atemnot oder Übelkeit. Ein Herzinfarkt mit lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen kann die Folge sein.

Durch die Aufdehnung der Engstelle mittels Ballonkatheter und durch die Implantation eines Metallgitters (Stent) kann eine solche Engstelle oftmals erfolgreich behandelt werden. Erst wenn mehrere Koronarien erkrankt sind, oder wenn eine Aufdehnung mittels Katheter nicht möglich ist, muss eine Bypass-Operation durchgeführt werden.

Arterielle Bypassoperation unter Verwendung der Herz-Lungen-Maschine

Hierbei wird durch körpereigenen Arterien oder Venen ein Umgehungskreislauf geschaffen, so dass der Herzmuskel wieder mit ausreichend Blut versorgt werden kann. Im Klinikum Braunschweig liegt das Hauptaugenmerk auf der Verwendung einer oder beider Brustwandarterien und der Armschlagadern (komplett arterielle Revaskularisation). Diese weisen verglichen zu den körpereigenen Beinvenen eine bessere Langzeithaltbarkeit auf. In den meisten Fällen erfolgt die Bypassoperation unter Verwendung der Herz-Lungen-Maschine. In Braunschweig wurde hierzu eine spezielle miniaturisierte Herz-Lungen-Maschine entwickelt. Diese bietet den Vorteil, dass kaum Transfusionen von Fremdblut notwendig sind und das postoperativ deutlich weniger Herz-Rhythmus-Störungen (Vorhofflimmern) im Vergleich zu einer konventionellen Herz-Lungen-Maschine auftreten. Dieses wurde in vielen groß angelegten Studien untersucht und veröffentlicht.

Bypassoperation ohne Herz-Lungen-Maschine am schlagenden Herzen (engl.: Off-Pump-Coronary-Artery-Bypass, OPCAB)

In vielen Fällen kann auf die Verwendung der Herz-Lungen-Maschine verzichtet werden. Das Herz wird nicht stillgelegt sondern schlägt weiter. Gerade bei Patienten mit stark verkalkter Hauptschlagader bietet sich dieses Verfahren an, da bei dieser Methode die Hauptschlagader nicht geklemmt werden muss und sämtliche Manipulationen an der Hauptschlagader entfallen, die zu einem Schlaganfall führen können.

Damit die Qualität der Bypassaufnaht (Anastomose) nicht leidet, wird das Herz in dem Bereich der Bypassanlage durch spezielle Instrumente stabilisiert und kleine Überbrückungsschläuche in die Koronararterien eingelegt (Shunts), damit das Blut während der Naht weiterhin fließen kann.

Minimal invasive Bypass-Operation (MIDCAB Verfahren)

Sind bei Patienten isolierte Engstellen der Vorderwandarterien vorhanden, so ist die Bypassanlage ohne Eröffnung des Brustbeines möglich. Es erfolgt der wenige Zentimeter lange Schnitt unterhalb der linken Brustwarze. Hierüber erfolgen dann die Präparation der linken Brustwandarterie und die Anlage des Bypasses ohne Herz-Lungen-Maschine. Durch dieses Vorgehen ist der postoperative Heilungsverlauf deutlich schneller, so dass die Patienten die Klinik häufig bereits nach wenigen Tagen nach Hause verlassen können.