Aortenklappenchirurgie

Oberarzt Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Bereichsleitung Herzchirurgie Dr. Marcel Anssar
Oberarzt Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Bereichsleitung Herzchirurgie

Dr. Marcel Anssar

Salzdahlumer Straße 90, 38126 Braunschweig

Die Aortenklappe liegt zwischen dem linken Ventrikel des Herzens und der Hauptschlagader (Aorta) und reguliert damit den Blutfluss vom Herzen zum Körper. Ihr kommen hierbei zwei Funktionen zu, erstens die Öffnung so dass das Blut aus dem Herzen ohne Wiederstand in die Aorta fließen kann und zweitens die Schließung, so dass das Blut nicht zurück ins Herz gelangen kann und der Ventrikel sich so mit neuem Blut aus dem Vorhof füllen kann. Erkrankungen der Klappe machen sich durch Beeinträchtigung einer dieser Funktionen bemerkbar. Dieses äußert sich Entweder durch eine unzureichende Öffnung (Einschränkung der Öffnungsfläche durch Verklebungen oder Verkalkungen an der Klappe) dieses wird auch als Stenose bezeichnet oder eine inkomplette Schließung (zum Beispiel durch Beschädigung der Klappe nach Infektionen) dieses wird auch als Insuffizienz bezeichnet.

Ursachen & Symptome

Die Beschwerden der Aortenklappenerkrankungen können häufig erst bei fortgeschrittener Beeinträchtigung der Klappenfunktion entstehen, so dass bei asymptomatischen (beschwerdefreien) Patienten unter Umständen bereits eine Indikation zur Operation bestehen kann. Die häufigsten Symptome sind:

  • Kurzatmigkeit (Dyspnoe)
  • Belastungseinschränkung
  • Brustschmerzen
  • Bewusstseinsverlust (Synkope)
  • Rhythmusstörungen

Diagnostik

Diese besteht im Wesentlichen aus der Ultraschalluntersuchung des Herzens auch Echokardiographie genannt und wird durch ein Herzkatheter (auch zum Ausschluss einer Begleitenden Koronarerkrankung sprich einer Einengung der Herzkranzgefäße) und gegebenenfalls einer Computertomographie (CT) des Brustkorbs ergänzt. Diese Untersuchungen dienen der Quantifizierung der Fehlfunktion der Aortenklappe, die Erkennung der Ursache dessen, der Erkennung von Begleiterkrankungen sowie der Planung des operativen Vorgehens.

Therapie & Verfahren

Diese bestehen im Wesentlichen aus der Rekonstruktion oder Ersatz der Klappe. Die Rekonstruktion der Aortenklappe kommt allerdings nur in Frage wenn die Segel der Klappe nicht beschädigt sind. Hierfür eignet sich im Besonderen das Rekonstruktions-Verfahren nach David (siehe Abbildung). Bezüglich des Ersatzes der Aortenklappe ergeben sich eine Vielzahl an Optionen, diese beinhalten:

  • Der Ersatz durch eine biologische oder mechanische Aortenklappe
  • Der Ersatz mittels der gesamten Wurzel der Hautschlagader inklusive der Klappe mit Reimplantation der Abgänge der Koronararterien (Herzkranzarterien), hierfür bestehen wiederrum biologische wie auch mechanische Optionen.
  • Der Ersatz mittels nahtloser Klappenprothesen, diese sind speziell für minimal-invasive Zugänge geeignet.
  • Eine weitere Differenzierung des Aortenklappenersatzes ergibt sich durch die Wahl des Zugangsweges hierbei bestehen im Wesentlichen folgende Optionen:
  • Die klassische Sternotomie (die längliche Durchtrennung des Brustbeins).
  • Die partielle Sternotomie (hierbei wird nur das obere Drittel des Brustbeins durchtrennt).
  • Die anterolaterale Mini-Thorakotomie (Eröffnung des Brustkorbs Nahe des Brustbeins zwischen der zweiten und dritten Rippe).
  • Die Transkatheter-Klappenimplantation (TAVI) diese erfolgt über eine Arterie in der Leiste (A. femoralis) oder über die Herzspitze.
  • Die Wahl des Zugangs richtet sich unter anderem nach dem Operationsrisiko des Patienten, anatomischen Gegebenheiten und Begleiterkrankungen wie zum Beispiel Verkalkungen der Arterien, Alter des Patienten sowie der Haltbarkeit der verschiedenen Klappen.

Nachsorge & Rehabilitation

Nach der Klappenoperation ist eine regelmäßige Nachsorge durch einen niedergelassenen Kardiologen notwendig. Eine Blutverdünnung ist auch notwendig die Wahl des nötigen Präparates richtet sich hierbei nach dem Klappentyp. Eine Endokarditis Prophylaxe (zur Vermeidung bakterieller Infektionen an der neuen Klappe) ist bei chirurgischen Eingriffen zu berücksichtigen.