Diagnostik und Behandlung bei Eierstockkrebs und weiteren gynäkologischen Tumoren

Chefarzt Frauenheilkunde & Geburtshilfe, Zentrumsleitung Brustkrebszentrum, Zentrumsleitung Gynäkologisches Krebszentrum PD Dr. Heiko Franz
Chefarzt Frauenheilkunde & Geburtshilfe, Zentrumsleitung Brustkrebszentrum, Zentrumsleitung Gynäkologisches Krebszentrum

PD Dr. Heiko Franz

Celler Straße 38, 38114 Braunschweig
Fax: 0531 595 3298
Leitender Oberarzt Frauenheilkunde & Geburtshilfe, Leitung Gynäkologische Onkologie Dr. Reiner Hofmann
Leitender Oberarzt Frauenheilkunde & Geburtshilfe, Leitung Gynäkologische Onkologie

Dr. Reiner Hofmann

Celler Straße 38, 38114 Braunschweig
Celler Straße 38, 38114 Braunschweig
Fax: 0531 595 3298

Das Ovarialkarzinom/Eierstockkrebs ist der dritthäufigste bösartige Tumor der Frau. Jedes Jahr erkranken etwa 12 von 100.000 Frauen in Deutschland an diesem Tumor (Robert-Koch-Institut). Für diesen Tumor existiert keine anerkannte Früherkennungsmethode und es gibt auch keine Frühsymptome. Häufig wird diese Erkrankung leider erst in einem fortgeschrittenen Stadium erkannt.

Diagnostik

Für die Untersuchung uns neu zugewiesener Patientinnen mit genitalen Tumorerkrankungen können Sie uns bereits im Vorfeld vorhandenen wichtigen Befunde (CT-/MRT-Bilder, histologische Befunde, Operationsberichte, Arztbriefe) übermitteln, damit diese vorbereitend zum Termin der Patientin bereits gesichtet werden können.

Am Tag der Vorstellung werden die Befunde zusammen erörtert, je nach Erfordernis weitere Untersuchungsmöglichkeiten einschließlich Kolposkopie und Sonographie zur Verfügung. Im Falle einer Erkrankung ist ein Ultraschall, die Entnahme von Tumormarker (z.B. CA-125), eine Schnittbildgebung und eine Magen-/Darmspiegelung, zum Ausschluss eines Magen-/Darmtumors, sinnvoll.

Nur in einem persönlichen Gespräch kann die Gesamtsituation ausreichend eingeschätzt, die Problematik erörtert und alle Fragen geklärt werden. Mitgebrachte Fremdaufnahmen werden fachkompetent von den Kolleginnen und Kollegen der Abteilung für Diagnostische Radiologie befundet bzw. mitbeurteilt.

Nach Abschluss der Untersuchungen wird Ihr Fall in unserem interdisziplinären Tumorboard diskutiert und eine Empfehlung ausgesprochen. Die Akten werden von den jeweiligen Ärzten der Ambulanz vorgestellt. Nach dem Tumorboard treten die Kollegen der Ambulanz wieder mit Ihnen in Kontakt und besprechen die weiteren Schritte bzw. teilen Ihnen die nächsten Termin mit.

Sollte sich aus den Befunden die Notwendigkeit weiterer Untersuchungen ergeben, bevor eine endgültige Empfehlung gegeben werden kann, werden wir mit Ihnen alle weiteren diagnostischen Schritte vereinbaren.

Therapie & Verfahren

Therapieplanung

Die Therapieempfehlung für gynäkologische Malignome folgt den Behandlungspfaden bzw. –vorgehensweisen in Anlehnung an die international gültigen Leitlinien erarbeitet wurden. Die Therapieempfehlungen werden in unserem interdisziplinären Tumorboard ausführlich diskutiert. Das Tumorboard setzt sich aus folgenden Fachrichtungen zusammen:

  • medikamentösen gynäkologischen Onkologie
  • Medizinische Onkologie
  • Chirurgie
  • Diagnostische Radiologie
  • Radioonkologie und Strahlentherapie
  • Pathologie
  • Nuklearmedizin

Die Behandlung der Patientin mit einer Genitalkrebserkrankung kann nur im Rahmen der exzellenten Zusammenarbeit eines Expertennetzwerkes erfolgen. Dieses Expertennetzwerk umfasst zum einen die verschiedenen Fachdisziplinen, welche die im Rahmen unseres Klinikums eng zusammenarbeiten, zum anderen die Kooperation mit niedergelassenen Frauenärztinnen und Frauenärzten.

In der Frauenklinik Braunschweig arbeiten die verschiedenen Fachgruppen interdisziplinär zusammen um nach festgelegten Abläufen die bestmöglichste Versorgung in der schwierigen Situation zu garantieren. Die Diagnostik, die Therapie und die Nachbetreuung der Patientin mit einer Genitalkrebserkrankung erfolgt in enger Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Frauenärztinnen und Frauenärzten.

Operation

Die operativen Eingriffe werden an unserer Klinik in modern ausgestatteten Operationssälen durchgeführt. Über die Kooperation mit den Abteilungen für Chirurgie und Urologie werden komplexe Fälle, wie z.B. Patientinnen mit fortgeschrittenem Ovarialkarzinom, die oftmals eine gemeinsame, interdisziplinäre Operation erfordern, geplant. In diesen Fällen sind an der Operation neben den an unserer Klinik speziell ausgebildeten gynäkologisch-onkologischen Operateuren je nach individueller Situation auch die jeweils ausgewiesenen Experten der Viszeralchirurgie beteiligt. Auf diese Weise ist es möglich, auch ausgedehnte Tumorbefunde mit Befall mehrerer Organe so zu operieren, dass die Patientin die bestmögliche Therapie bekommt.

Unterstützt werden diese Operationen durch die Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin. Alle Patientinnen werden praeoperativ eingehend in der dafür vorgesehen Prämedikationsambulanz vorbereitet und untersucht, so dass insbesondere für Patientinnen mit einem höheren Operationsrisiko die maximale Sicherheit gewährleistet werden kann. Auch in der postoperativen Betreuung erfolgt eine interdisziplinäre Zusammenarbeit, um den Patientinnen eine optimale und schmerzarme Therapie zu ermöglichen.

Nachsorge & Rehabilitation

Die Nachsorge erfolgt gemäß den international empfohlenen Leitlinien.

Wissenswertes

 Endometriumkarzinom

  • Etwa 25 von 100.000 Frauen erkranken jedes Jahr an einem Endometriumkarzinom. Nur etwa 5% der Patientinnen sind jünger als 40 Jahre. Man vermutet, dass eine lange erhöhte Östrogen-Konzentration zu einer Tumorentstehung führen kann. Meistens fallen diese Tumoren über Unregelmäßigkeiten der uterinen Blutung auf (z.B. Postmenopausenblutung, Meno-/Metrorrhagien). Bei der Therapieplanung ist darauf zu achten, dass die Diagnostik (Pathologie) und die Durchführung der Operation unter optimalen Vorraussetzungen durchgeführt werden.

Zervixkarzinom

  • Das Zervixkarzinom ist der vierthäufigste Tumor bei Frauen und tritt pro Jahr etwa bei 13 von 100.000 Frauen auf. In etwa 70% der Zervixkarzinome können high risk HP-Viren nachgewiesen werden. Ein besonderer Erfolg in der Prävention dieses Tumortyps ist die Möglichkeit gegen diese HP-Viren zu impfen und eventuell dadurch die Zahl der Karzinome in einigen Jahren deutlich zu reduzieren.

Vaginalkarzinom

  • Das Vaginalkarzinom gehört zu den selten bösartigen Erkrankungen in der Gynäkologie. Es macht etwa 1-2% aller bösartigen Tumoren der weiblichen Geschlechtsorgane aus und weltweit erkranken ca. 0,4 von 100.000 Frauen pro Jahr (Robert-Koch-Institut).

Vulvakarzinom

  • Das Vulvakarzinom macht ca. 5% der Karzinome des weiblichen Genitaltraktes aus. Etwa 2 von 100.000 Frauen erkranken pro Jahr in Deutschland. Häufig treten Veränderungen und Juckreiz im Hautbereich der kleinen Schamlippen oder der Klitoris auf. Ähnlich dem Vaginalkarzinom besteht die Therapie aus einer Operation, einer Radiatio oder einer Radio-Chemotherapie. Ein sehr wichtiger Punkt ist die Rekonstruktion der Vulva. Hierdurch kann die Funktion und die Kosmetik der Vulva wiederhergestellt werden. Die Rekonstruktion geschieht in der Regel direkt nach der Entfernung des Tumors in einem gemeinsamen Eingriff.

Seltene Tumore

  • Es gibt eine große Anzahl von sehr seltnen Formen, welche die weiblichen Geschlechtsorgane befallen können (z.B. Keimstrang-Tumoren, Sarkome, Trophoblasttumoren usw.). Für diese Tumoren muss in vielen Fällen eine individuelle Therapieentscheidung getroffen werden.

Wichtige Hinweise

Neben der medizinischen Behandlung gehört auch die psychologische Betreuung zu unserem Leistungsangebot.

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