Diagnostik und Behandlung von Gelenkschäden

Orthopädie

Holwedestraße 16, 38118 Braunschweig
Fax: 0531 595 1462

Knorpelersatztherapie
Verschiedene Verfahren werden beim isolierten Knorpelschaden im Klinikum durchgeführt:

Mikrofrakturierung
Hier wird die Selbstheilung des Körpers genutzt. Bei der Mikrofrakturierung werden im Defektbereich kleinere Löcher in den Knochen gepickt. Die hierdurch gezielt gesetzten Blutungen führen zu einem Einsprossen von Stammzellen in den Knorpeldefekt. Diese Stammzellen können Ersatzknorpelgewebe bilden. Der Eingriff wird in der Regel minimal-invasiv durch Gelenkspiegelung durchgeführt. Der Eingriff ist sehr komplikationsarm und kann ambulant oder stationär erfolgen. Mit der Mikrofrakturierung existieren sehr lange Erfahrungen. Sie ist immer noch der so genannte Goldstandard in der Behandlung des Knorpeldefektes. Die Altersgrenze liegt bei 50 bis maximal 60 Jahren. Sie ist bei Defektgrößen von bis zu 3cm2 empfohlen. Die Mikrofrakturierung kommt am häufigsten am Kniegelenk zum Einsatz. Weitere Anwendungsgebiete sind das Sprunggelenk, das Hüftgelenk und der Ellenbogen.

OsteoChondraleAutologeTransplantation (OATS)
Bei der OATS werden aus wenig belasteten Gelenkanteilen des Knie- oder Sprunggelenks Zylinder aus Knochen und Knorpel entnommen und in den Defekt eingepasst. Sie ist nicht für alle Lokalisationen und Größen geeignet. Speziell bei Defekten mit Gelenkmäusen (die so genannte Osteochondrosis dissecans) erscheint sie anderen Verfahren überlegen.

Autologe matrix-induzierte Chondrogenese (AMIC)
Hierbei dient ein Netz aus Kollagen als Grundgerüst. Wie bei der Mikrofrakturierung sprossen Stammzellen aus dem Knochen in den Defekt. Diese nutzen die dreidimensionale Struktur des Netzes als Leitstruktur. Die AMIC ist ein relativ neues Verfahren mit überwiegend guten mittelfristigen Ergebnissen. Es können Defektgrößen bis zu 8 cm2 behandelt werden.

Hemi-Cap
Das Hemi-Cap Verfahren ist ein Mittelweg zwischen künstlichem Gelenkersatz und biologischem Gelenkerhalt. Anders als beim Gelenkersatz wird lediglich in den Defekt ein Metallstück eingesetzt. Dieses ist in die normale Knorpelumgebung eingebettet. Es liegen bisher sehr gute mittelfristige Ergebnisse vor. Das Hemi-Cap-Verfahren kann als Überbrückungstherapie für Patienten gesehen werden, bei denen ein biologisches Verfahren nicht mehr erfolgsversprechend ist, ein künstlicher Gelenkersatz jedoch noch nicht zwingend notwendig ist. Das Verfahren ist minimal-invasiv, erhält die normale Gelenkmechanik und ermöglicht eine schnelle Rehabilitation.

Umstellungsosteotomien
Fehlbelastungen sind ein Grund für die Entwicklung einer Arthrose. Ziel der Umstellungsosteotomien ist eine Veränderung der Belastungsachsen. Hierzu ist eine Begradigung des Knochens notwendig. Ein klassisches Beispiel ist hierfür das O- oder X-Bein. Geschädigte Gelenkbereiche werden durch die Verlagerung entlastet. Die Belastung läuft dann überwiegend über die gesunden Gelenkanteile. Ein komplett geschädigtes Gelenk ist somit hierfür nicht geeignet. Auch spielen Aktivität, Alter, Gewicht und Nebenerkrankungen eine wichtige Rolle bei der Entscheidung. Bei richtiger Auswahl können viele Patienten auch nach über 10 Jahren noch einen großen Profit zeigen. Umstellungsosteotomien werden überwiegend im Bereich des Kniegelenks durchgeführt. In speziellen Fällen können auch beginnende Arthrosen am Hüftgelenk und Sprunggelenk erfolgreich behandelt werden.