Bandscheibenoperation an der Lendenwirbelsäule

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Bandscheibenvorfälle sind einer der häufigsten Gründe, einen Neurochirurgen aufzusuchen. Dabei reißt der bindegewebige Ring einer Bandscheibe ein, der gelartige Kern tritt aus und drückt auf eine Nervenwurzel oder das Rückenmark. Es entstehen so Rücken- und vor allem Beinschmerzen. Je nachdem wie stark eine Nervenwurzel gedrückt wird, können auch Taubheitsgefühle und Lähmungen sowie (je nach Ort des Bandscheibenvorfalls) Störungen bei Stuhlgang und Wasserlassen die Folge sein. Die gute Nachricht: die allermeisten Bandscheibenvorfälle müssen nicht operiert werden! Mit Physiotherapie und Schmerzmedikamenten kann meist die Zeit überbrückt werden, die der Körper braucht, um den Bandscheibenvorfall selbst aufzulösen. Man sollte aber die wichtigen Warnzeichen wie Lähmungen, Gefühlsstörungen und Blasen-Mastdarmstörungen nicht übersehen.

Bei welchen Krankheitsbildern ist die Operation geeignet?

Austritt von Bandscheibenmaterial mit Druck auf Nervenwurzeln, Rückenmark oder Nervenfaserbündel mit Schmerzen, Lähmungen, Gefühlsstörungen oder Blasen-Mastdarmstörungen, Erfolglosigkeit konservativer Methoden. Nachweis des Bandscheibenvorfalls in bildgebenden Untersuchungen (Computertomographie, Magnetresonanztomographie)

Wie ist der Ablauf der Operation?

Bei der OP wird zunächst mit einer Röntgenaufnahme die korrekte Bandscheibenetage bestimmt. Über einen kleinen Hautschnitt von 2,5-4cm Länge und unter Zuhilfenahme eines speziellen Mikroskops wird der Nerv von dem Bandscheibenvorfall entlastet und der Bandscheibenvorfall entfernt. Falls erforderlich werden weitere gelockerte Knorpelstücke aus der Bandscheibe ausgeräumt und Knochenzacken mit der Fräse geglättet. Der Eingriff findet in Vollnarkose statt und dauert 30-60 Minuten.

Durch die sofortige Entlastung kann sich der Nerv schnell wieder erholen und die Schmerzen bilden sich zurück. Als Patient darf man ab dem ersten Tag nach der Operation wieder aufstehen und noch auf Station mit vorsichtiger Physiotherapie beginnen. Nach 5-7 Tagen kann man das Krankenhaus in aller Regel wieder verlassen. Danach empfehlen wir Schonung für 3-6 Wochen, Rückenschule und Funktionstraining. Beschwerdefreiheit oder Besserung wird in über 90% der Fälle erreicht.

Wissenswertes

Was bedeutet „mikrochirurgisch“ und „minimal invasiv“? Wir führen Bandscheibenoperationen wegen der optimalen Ausleuchtung und Zweihandtechnik stets unter dem Mikroskop durch. Bestimmte Bandscheibenvorfälle lassen sich über einen nur 1,6cm kleinen Schnitt von außerhalb der Wirbelsäule durch kleine Röhrchen entfernen. Eine rein endoskopische Operation begrenzt die Gründlichkeit des Eingriffes, man kann keine knöchernen Einengungen beseitigen und sie ist auch nicht sicherer als das mikrochirurgische Vorgehen. Bei Bandscheibenvorfällen an der Lendenwirbelsäule sind nur sehr selten bei fortbestehenden Beschwerden mit starker Abflachung der Bandscheibe, Einengung der Nervenwurzelaustrittslöcher oder Gefügelockerung Versteifungen oder Bandscheibenprothesen erforderlich.