Diagnostik und Behandlung von Milzerkrankungen

Allgemein- & Viszeralchirurgie

Salzdahlumer Straße 90, 38126 Braunschweig
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Ursachen & Symptome

Erkrankungen der Milz sind insgesamt eher als selten anzusprechen. Häufig verändert sich das Organ sekundär, also infolge anderer Krankheiten. Eine Vergrößerung der Milz (sog. Splenomegalie) kann z.B. bei Infektionen, Herz- und Lebererkrankungen sowie Veränderungen des blutbildenden oder immunologischen Systems auftreten. Seltener finden sich auch Milztumore, -zysten oder Metastasen.

Diagnostik

  • Computertomografie
  • Ultraschall

Therapie & Verfahren

Bei verschiedenen Krankheitsbildern, welche überwiegend das blutbildende und immunologische System betreffen, kann unter bestimmten Umständen durch die elektive (also nicht notfallmäßige) Milzentfernung (sog. Splenektomie) eine Besserung der Beschwerden erreicht werden.

Dies erfordert eine enge Zusammenarbeit mit dem Fachbereich der Hämatologie. Der operative Eingriff wird mithilfe der Schlüsselloch-Operationstechnik minimalinvasiv in Vollnarkose durchgeführt (laparoskopische Splenektomie). Nur in Ausnahmefällen, wie nach ausgedehnten Voroperationen in der Bauchhöhle oder bei sehr großer Milz, wird aus Sicherheitsgründen ein herkömmlicher Bauchschnitt erforderlich.

Kommt es im Rahmen von Verletzungen wie Verkehrsunfällen oder Stürzen zu einer Milzverletzung, kann es erforderlich sein, dass die Milz notfallmäßig operiert werden muss. In solchen für den Betroffenen potentiell lebensbedrohlichen Situationen muss eine zügige Diagnostik eingeleitet werden (Computertomografie, Ultraschall). Es gilt dann zu entscheiden, ob die Milz erhalten werden kann oder eine Notoperation ggf. mit Milzentfernung durchgeführt werden muss. Hier ist die reibungslose interdisziplinäre Zusammenarbeit mit dem Rettungsdienst, der Klinik für Unfall- und Viszeralchirurgie sowie Anästhesiologie Voraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung. Bei einer Notoperation wird in der Regel eine herkömmlicher Bauchschnitt verwendet.

Nachsorge & Rehabilitation

Obwohl die Milz kein absolut lebensnotwendiges Organ ist, können aus ihrer Entfernung ernstzunehmende Langzeitfolgen resultieren.

Nach der Milzentfernung besteht lebenslang ein erhöhtes Risiko für bestimmte bakterielle Infektionen und Sepsis. Neben der frühzeitigen antibiotischen Therapie bei fieberhaften oder infektiösen Erkrankungen werden zudem Schutzimpfungen gegen bestimmte Bakterienarten sowie die jährliche Grippeschutzimpfung empfohlen.

Jedem Patienten wird nach der Milzentfernung vor Entlassung aus dem Krankenhaus ein Asplenie-Ausweis (Asplenie-Net Notfallpass der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie) ausgehändigt. Dort sind die wichtigsten Empfehlung für den weiterbehandelnden Arzt oder Ärztin aufgeführt.

Durch die Veränderungen der Blutzusammensetzung kann das Risiko für Blutgerinnsel erhöht sein. Zur Vorbeugung können gerinnungshemmende Mittel verabreicht werden.