Die Corona-Warn-App ist da - Was bringt sie und was kann sie?

7 Fragen und Antworten rund ums Thema

Ab heute in den App-Stores von Google und Apple erhältlich: Die deutsche Corona-Warn-App. Wir haben die wichtigsten Fragen rund um die neue App recherchiert. 

7 Fragen und Antworten rund um die neue App

1. Was macht die App?
Mit Hilfe des Bluetooth-Funks des Mobiltelefons misst die App, wie nahe sich Menschen kommen und wie lange sich sich getroffen haben. Wenn einer der beiden Personen Covid-19 infiziert ist, wird die andere Person direkt darauf hingewiesen, dass sie Kontakt zu einer erkrankten Person hatte.Die App soll somit theoretisch die Verbreitung des Viruses verringern. Dank der Auskunft über den Kontakt zu einer infizierten Person, kann sich jeder oder jede selbst in Quarantäne stecken oder zumindest zum Arzt/Ärztin gehen. Eine unbemerkte Verbreitung der Viren soll damit verhindert werden, bevor die Krankheit ausbricht.

2. Wie weiß die App, dass ich krank bin?
Die App kann das nicht erfassen. Wer infiziert ist, muss dies selbst in die App eingeben. Um Fehlermeldungen und Missbrauch zu verhindern, müssen die Gesundheitsbehörden die Erkrankung bestätigen.

3. Welche Daten erhebt die App, welche nicht?
In der App selbst werden alle Daten nur lokal verschlüsselt auf dem Handy gespeichert. Die App misst die Entfernung zu anderen Smartphones, wenn diese ebenfalls die Corona-Warn-App installiert haben. Eine Abfrage von Name oder Adresse des Nutzenden wird nicht durch die App erhoben. Die App funktioniert ohne Handynummer, sie sammelt keine Standortdaten (also GPS-Daten), ihr Quellcode ist öffentlich. Sie generiert anonyme Codes, die sich die Nutzer über Bluetooth zuschicken. Die Überprüfung von Risikokontakten geschieht nur auf den Handys der Nutzer, nicht über einen zentralen Server. Die Messungen in der App werden nicht an die Behörden übermittelt.

Die deutsche Corona-Warn-App sammelt zum Beispiel weniger Daten als WhatsApp, welches ununterbrochen auf Standort, Kontaktdaten usw. zu greift.

4. Wie sicher sind meine Daten?
Entwickelt wurde die App von der Telekom und SAP. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), der Bundesdatenschutzbeauftragte und weitere unabhängige Expertinnen und Experten haben darauf geachtet, dass bei der Entwicklung alle Datenschutzrichtlinien eingehalten wurden.

5. Kann so eine App funktionieren?
In einer Studie der Universität Oxford zeigt, dass die Nutzung einer App die Ausbreitung von Viren ähnlich effektiv eingrenzen kann, wie das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes. Um dies zu errechen müssten allerdings mindestens 60 Prozent der Bevölkerung diese App nutzen. Umgereichnet auf die Bundesrepublik wären das rund 50 Millionen Menschen, welche die App installieren müssten. Um die Verbreitung der Viren einzudämmen genügt allerdings auch eine niedrigere Quote als 60 Prozent. 

6. Wo bekommt man die App?
Die Corona Warn App gibt es kostenlos in den App-Stores für Android (Google Play) und für IPhones (Appstore).
Bitte beachten: Wichtig ist, dass Nutzerinnen und Nutzer genau diese App herunterladen. Expertinnen und Experten befürchten, dass Hacker versuchen, mit ähnlich heißenden Apps Viren zu verbreiten. 

7. Funktioniert die App auch im Ausland?
Derzeit funktioniert die App noch nicht im Ausland. Aktuell wird allerdings aufgrund der anstehenden Urlaubszeit mit Hochdruck durch die Entwickler daran gearbeitet. Da jedes Land für sich eine eigene Corona-Warn-App entwickelt hat, arbeiten diese nicht nahtlos zusammen. Wer ins Ausland fährt, sollte sich daher für die Zeit des Aufenthaltes, die dort empfohlene Corona-Warn-App herunterladen. 

Beim neuesten Politbarometer der Forschungsgruppe Wahlen aus dem Juni gaben 42 Prozent der Befragten an eine Corona Warn App zu nutzen, 46 Prozent hingegen stimmten dagegen. Im April waren es noch 47 Prozent, welche die App nutzen wollten und 42 Prozent wollten dies nicht tun. Die Zustimmungswerte sind seitdem leicht gesunken. Laut Befragung sind 8 Prozent von der Nutzung ausgeschlossen, weil sie kein Smartphone besitzen.