Cheer’s Kitchen kocht für Klinikmitarbeiter

Neue Initiative aus Braunschweiger Gastronomen unterstützt Einsatzkräfte

Am Freitag, den 17. April, startete die Initiative – und rollte direkt am ersten Tag vor dem Städtischen Klinikum in der Salzdahlumer Straße an. Fabian Haars (StreetFoodBros), Patrick Witte (Monkey Rosé) und weitere Engagierte aus der hiesigen Gastronomie- und Kreativszene haben sich in dem neuen Verein Cheer’s Kitchen zusammengetan um Ärzten, Pflegern & Co. kulinarisch „Dankeschön“ zu sagen. An diesem Tag im Gepäck: 100 Portionen Falafel.

„Um genau zu sein sind es Falafelplätzchen mit Humus-Couscous-Salat und Tahin-Joghurt“, strahlte Haars beim Ausladen der „heißen Ware“. Gemeinsam mit Witte und weiteren Freiwilligen hatten sie den ganzen Vormittag gekocht, damit zur Mittagszeit im Klinikum geschlemmt werden kann. „Das sind nicht nur leckere Gerichte – es ist vor allem auch ein tolles Signal“, freute sich Frank Geermann, Wirtschaftsstellenleiter in der Salzdahlumer Straße. Er erläuterte: „Das Klinikum kann man sich wie ein großes Netzwerk an Zahnrädern vorstellen – jedes ist wichtig. Deshalb achten wir auch bei der Verteilung darauf, dass an unterschiedliche Bereiche gedacht wird.“

Das kulinarische Dankeschön: „Ehrensache“

„Das ist ja einfach wunderbar, vielen Dank“, nahm bereits an der ersten Station eine Krankenschwester das Mittagessen glücklich entgegen. Eine Kollegin kommentierte: „Damit machen Sie uns eine große Freude“, und schickte hinterher, „bekommen wir das einfach so?“ Darauf fand Haars, Vorsitzender von Cheer’s Kitchen, bereits bei der Übergabe eine passende Antwort: „All die Ärzte, Pfleger, Feuerwehrleute, Polizisten und viele mehr machen einen so starken sowie wichtigen Job – gerade jetzt und natürlich ganz grundsätzlich.“ Es sei „Ehrensache“, im Rahmen ihrer Ressourcen einen Dank zu übersenden.

Witte, Inhaber des Monkey Rosé, erläuterte dazu: „Unsere Gastronomien sind ohnehin geschlossen. Also verknüpften wir die Ressourcen miteinander und überlegten uns eine Struktur, um einerseits unseren Mitarbeitern eine kleine Perspektive zu bieten, und andererseits, um unsere Möglichkeiten für die starken Helfer der Gesellschaft zu nutzen.“ Den beiden Initiatoren schlossen sich Benjamin Brinkmann und Bastian Springer – nebst Haars Gründer der StreetFoodBros – sowie etwa Babak Khosrawi-Rad, Niklas Skog als auch Falk-Martin Drescher an, allesamt Akteure der hiesigen Kreativszene. Finanziert werden die Gerichte übrigens durch die Unterstützung von Sponsoren – Einzelpersonen und Unternehmen. Die Gründer von Cheer’s Kitchen rufen die Öffentlichkeit dazu auf, das Vorhaben im Rahmen der Möglichkeiten ideell und finanziell zu verstärken. „Es geht dabei nicht nur um Spenden für die Mahlzeiten, sondern auch Waren oder Logistikressourcen, die wir händeringend gebrauchen können“, so Witte.

Soulfood – Futter für die Seele

„Wir glauben daran, dass ein kostenfreies Essen Mut machen kein. Ein gutes Menü ist Futter für die Seele – Soulfood eben“, resümierte der Vorsitzende. Dabei sei die Bezahlung eines Essen nicht nur ein Dank an die stark beanspruchten Berufsgruppen, sondern vor allem auch: Anerkennung. Weitere Informationen zum Projekt und der Einbringung von Spenden gibt es auf www.cheerskitchen.de. Über Paypal gespendet werden kann auf cheerskitchen.de/unterstuetzen.

Im ersten Schritt werde mit der steten Belieferung des Städtischen Klinikums in der Salzdahlumer Straße gestartet. Quasi als Kickoff. Mit entsprechend großer Resonanz will der Verein das Netzwerk auf weitere Kliniken und andere Standorte ausweiten, dann sollen auch noch weitere interessierte Gastronomen mit einbezogen werden. Was aus dem Verein nach der Corona-Krise wird, steht derweil bereits fest. Haars: „Es gibt jederzeit tolle Menschen, deren Arbeit wir mit einem leckeren Gericht würdigen können.“