Logopädie

Logopädin Pia Becker
Logopädin

Pia Becker

Nach einem akuten Schlaganfall aber auch bei anderen neurologischen Erkrankungen kann es zu Beeinträchtigungen der Sprach, des Sprechens und des Schluckens sowie zu Gesichtslähmungen kommen. Diese festzustellen und genau zu diagnostizieren ist die Hauptaufgabe von Logopädinnen und Logopäden in der Akutneurologie. Grundlage für die Diagnostik ist die Anamneseerhebung durch die Befragung der Betroffenen und/oder ihrer Angehörigen. Zur Diagnostik von Sprach- und Sprechstörungen stehen uns verschiedene klinische Untersuchungsverfahren zur Verfügung (z.B. BIAS, Frenchay-Dysarthrie-Untersuchung, AAT).

Ein besonderer Schwerpunkt in der Akutneurologie bildet die Diagnostik und Behandlung von Schluckstörungen. Neben klinischen Untersuchungsverfahren haben wir die Möglichkeit der apparativen Diagnostik mit FEES (Fieberoptische Endoskopische Evaluation des Schluckens). Dieses Verfahren gilt als Goldstandard in der Diagnostik von Schluckstörungen. Die Therapeutinnen unseres Teams haben ein Zertifikat der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) erworben, welches ihnen die Fähigkeit und Berechtigung zur Durchführung und Auswertung dieses Untersuchungsverfahrens bescheinigt. Nach der ausführlichen Diagnostik beginnt die individuell geplante Therapie. Die Therapien finden im interdisziplinären Rahmen und in enger Absprache mit den anderen Therapiegruppen (Ergotherapie, Physiotherapie, Neuropsychologie) sowie mit Pflegekräften und Ärztinnen / Ärzten statt. Nach Ende des stationären Aufenthalts in unserer Klinik, wird für die Weiterbehandlung je nach Bedarf entweder vom Sozialdienst eine stationäre Rehabilitation angemeldet oder eine Anbindung an eine wohnortnahe ambulante Praxis angestrebt. Unser 4-köpfiges Team besteht aus Logopädinnen und einer klinischen Linguistin. Viele haben eine Weiterbildung zu Fachtherapeutinnen für Schluckstörungen.

Welche Ziele hat die Behandlung?

Zielsetzung der ergotherapeutischen Behandlung sind das Wiedererlangen sowie die Erhaltung der Handlungsfähigkeit und das Erreichen größtmöglicher Selbstständigkeit und Unabhängigkeit von Hilfen und Hilfspersonen im Alltag. Durch die Behandlung werden die eingeschränkten oder verlorenen Funktionen und Bewegungsabläufe geübt, kompensiert bzw. durch Hilfsmittel unterstützt. Die Therapie ist auf die Alltagssituation des Patienten ausgerichtet. 

Wie ist der Ablauf der Behandlung?

  • Befundung 
    • Erste Kontaktaufnahme 
    • Eingangsdiagnostik unter Feststellung der vorhandenen Fähigkeiten und der aktuellen Einschränkungen 
    • Erstellung eines individuellen Behandlungsplans und gemeinsame Therapiezielsetzung mit dem Patienten (ggf. Anpassung der Ziele im Behandlungsverlauf) 
  • Motorisch- funktionelle Behandlungen 
    • Aufbau, Kräftigung und Erhalt der physiologischen Bewegungsabläufe 
    • Verbesserung der Grob- und Feinmotorik und Graphomotorik 
    • Verbesserung der Koordination 
    • Kontrakturenprophylaxe 
  • Sensomotorisch-perzeptive Behandlungen 
    • Anbahnung physiologischer Bewegungsmuster/Hemmung pathologischer Bewegungsmuster 
    • Verbesserung der Körperwahrnehmung und des Körperschemas 
    • Verbesserung der Sinneswahrnehmung (taktil, auditiv, visuell, olfaktorisch, gustatorisch und vestibulär)
      → Unter Anwendung verschiedener Therapiekonzepte und Methoden wie Bobath, PNF, Affolter, Forced Use (CIMT), Spiegeltherapie, Basale Stimulation, thermische Anwendungen 
  • Alltagstraining 
    • Erlernen von Kompensationsstrategien 
    • Wasch- Anziehtraining 
    • Essensbegleitung und Versorgung mit Einhänderbrett, Anti-Rutschmatten und Griffverdickungen für Besteck 
  • Beratung 
    • Individuelle und umfassende Patienten- und Angehörigenberatung bezüglich Hilfsmitteln
    • Versorgung und Training mit Alltagshilfen z.B. Rollator, Einhänderbrett, Strumpfanziehhilfe
    • Angehörigenanleitung/Beratung im häuslichen Umfeld