Synonyme

 

Follitropin; FSH

Anforderungskarte

 

15 Immunologie

Messtage 

 

Mo-Fr (außer an Feiertagen)

Indikation

 

Zyklusstörungen, Ursachenabklärung der Amenorrhoe, klimakterisches Syndrom, polycystische Ovarien, Chromosomenaberration, Sterilitätsdiagnostik, V.a. Insuffizienz der Leydig-Zellen

Präanalytik

 

Blutentnahme unter jeweils gleichen Bedingungen (stehend, sitzend, liegend)

Technik der Venenpunktion siehe Blutentnahmetechnik

Menge/Material

 

0.5 ml Heparinplasma

Probenstabilität

 

 

20-25 °C

4-8°C

-20°C

Serum

 

< 7 Tage

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Messverfahren

 

CMIA (Chemiflex)

Referenzbereich/

Einheit

Alter

weiblich

männlich

Einheit

Erwachsene

*

0.95 – 11.95

mIU/ml

 

 

 

 

*Alters- und geschlechtsabhängiger Referenzbereich bei Kindern siehe Befundbericht


 

 

Interpretation

 

FSH ist ein Produkt des Hypophysenvorderlappens und ein Glykoproteinhormon wie TSH, LH und HCG. Es besteht aus einer Alpha- und einer Beta-Untereinheit.
Die hypophysäre FSH-Sekretion wird durch das in den Granulosazellen des reifenden Follikels gebildete Proteohormon Inhibin gebremst. Die Blockade der Hypothalamus-Hypophysen-Funktionseinheit kann auch durch Gestagene, im speziellen im Verbund mit Estrogenen, erfolgen. Sowohl die Wirkung des Inhibins als auch der Estrogen-/Gestagen-Gemische beruht auf der sog. negativen Rückkopplung. Man nutzt diese bei der Anwendung eines oralen Kontrazeptivums („Pille“) zur Kontrazeption aus. Entsprechend findet man niedrige FSH- (und LH-) Spiegel bei Anwendung der Pille oder bei Gestagen-Depotpräparaten. Zu einem solchen, meist aber geringer ausgeprägten Rückkopplungseffekt, kann es auch im Rahmen einer höher dosierten Hormonersatztherapie kommen.

FSH und LH werden pulsatil ausgeschüttet. Da jedoch die Plasmahalbwertszeit von LH nur ca. 20 Minuten beträgt und diejenige von FSH ca. 40 Minuten, sind bei kurzfristiger Blutentnahme die pulsatilen LH-Schwankungen deutlicher erkennbar.

Bei Frauen findet man erhöhte (hypergonadotrope) FSH-Spiegel zusammen mit erhöhten LH-Spiegeln im Klimakterium, in der Postmenopause bzw. bei einer prämaturen Ovarialinsuffizienz (premature ovarian failure, POF) sowie bei allen anderen primären Störungen der Gonadenfunktion und -entwicklung (Gonadendysgenesie).

Bei Männern sind erhöhte FSH-Spiegel Ausdruck eines primären Hodenschadens und sprechen für eine direkte tubuläre Schädigung. Niedrige FSH-Spiegel sprechen bei Hypogonadismus für eine zentrale, d. h. hypothalamischhypophysäre Genese. Bei niedrigen FSH- (und LH-) Spiegeln ist beim Mann ein GnRH-Test sinnvoll.

Niedrige bzw. unterhalb der Nachweisgrenze liegende FSH-Spiegel findet man zusammen mit niedrigen Estrogenspiegeln und LH-Werten bei Amenorrhoen hypothalamisch-hypophysärer Genese, insbesondere auch nach Hypophysenstielläsionen oder anderweitiger Zerstörung der Hypophyse.

Erhöhte FSH-Spiegel sprechen für eine primäre Störung der Hypothalamus-Hypophysen-Ovarachse auf Gonadenebene