Synonyme

 

Hämoglobin A1c, glykosyliertes Hämoglobin

Anforderungskarte

 

15 Immunologie (Rubrik: Spezialdiagnostik)

Messtage 

 

täglich

Indikation

 

Diagnostik und Verlaufskontrolle der Blutzuckereinstellung bei Diabetes mellitus, Erfassung des mittleren Blutzuckerkonzentration in den letzten 6-8 Wochen.

 

Präanalytik

 

Technik der Venenpunktion siehe Blutentnahmetechnik

Menge/Material

 

1.0 ml EDTA-Blut

Probenstabilität

 

 

20-25 °C

4-8°C

-20°C

EDTA-Blut

18 Stunden

1 Woche

[-80°C: 3 Monate]

 

 

 

Messverfahren

 

Kapillar-Elektrophorese

Referenzbereich/

Einheit

normal*

grenzwertig*

erhöht*

Einheit

<5.7

5.7 – 6.5

>6.5

%

<39

39 - 48

>48

mmol/mol (nach IFCC)

*Nationale VersorgungsLeitlinie Therapie des Typ-2-Diabetes, 1.Auflage V1 2013

 

Interpretation

 

HbA1c ist ein nicht-enzymatisch glykosyliertes Hämoglobin und spiegelt die integrale Blutglucosekonzentration der letzten 6 - 8 Wochen wieder. Der Test wird mittlerweile aufgrund ausreichender diagnostischer Sensitivität und Spezifität auch zur Diagnose eines Diabetes mellitus empfohlen. Die Spezifität einer HbA1c-Konzentration von >6.5% reicht i.d.R. aus die Diagnose eines Diabetes mellitus zu stellen, und die Sensitivität einer HbA1c-Konzentration <5.7% reicht i.d.R. aus einen Diabetes mellitus auszuschließen.

Falls unerwartete oder diskrepante Resultate auftreten, sollten auch anomale Hämoglobine als Ursache in Erwägung gezogen werden (z.B. Thalassämien, HbS, HbC, HbF). Auch andere Veränderungen der Erythrozyten-Überlebenszeit haben einen Einfluss auf die HbA1c-Konzentration. Bei V.a. auf eine Hämoglobinopathie sollte eine Hb-Elektrophorese zur weitergehenden Diagnostik erfolgen (externe Untersuchung). Bei Patienten mit veränderter Lebensdauer der Erythrozyten oder grenzwertigem HbA1c kann die Durchführung eines oGTT nach WHO-Richtlinie zur Diagnostik eines Typ-2-diabetes mellitus indiziert sein.