Synonyme

 

MTHFR-Mutation, Methylentetrahydrofolateduktase Mutation, Methylentetrahydrofolat-Reduktase-Mutationsscreening

Anforderungskarte

 

15 Immunologie (Rubrik: PCR/EDTA)

Messtage 

 

i.d.R. einmal wöchentlich (bei Bedarf häufiger)

 

Indikation

 

Abklärung des Atheroskleroserisiko insbesondere bei Patienten mit positiver Familienanamnese für die koronare Herzkrankheit, mit transitorischen ischämischen Attacken (TIA) oder Schlaganfall oder mit Niereninsuffizienz sowie bei erhöhter Homocysteinkonzentration

 

Präanalytik

 

Technik der Venenpunktion siehe Blutentnahmetechnik

Die Untersuchung kann nach Gendiagnostikgesetz (GenDG) nur dann durchgeführt werden, wenn dem Labor eine vom Patienten oder seinem gesetzlichen Vertreter unterzeichnete Einwilligungserklärung zusammen mit dem Untersuchungsmaterial vorliegt.

 

Menge/Material

 

2.0 ml EDTA-Blut

Probenstabilität

 

 

20-25 °C

4-8°C

-20°C

EDTA-Blut

keine Angabe

1 Woche

3 Monate

 

 

 

 

Messverfahren

 

Real-Time Polymerasekettenreaktion (PCR) mit Sondendetektion

 

Referenzbereich/

Einheit

 

weiblich

männlich

Einheit

 

Wildtyp

Wildtyp

entfällt

 

 

 

 

Interpretation

 

Das Enzym 5,10-Methylentetrahydrofolatreduktase (MTHFR) ist an der Remethylierung von Homocystein zu Methionin beteiligt. Der C677T-Polymorphismus im MTHFR-Gen mit folgendem Austausch von Alanin gegen Valin resultiert in einem relativen Enzymmangel (thermolabile Variante mit reduzierter Enzymaktivität). Die Heterozygotenfrequenz liegt in Mitteleuropa bei etwa 40%, die Homozygotenfrequenz bei etwa 5%. Homozygote haben erhöhte Homocysteinkonzentrationen und ein 2-4fach erhöhtes Thromboserisiko. Unabhängig vom Enzympolymorphismus beruht eine Homocysteinämie häufig auf einem Mangel der Vitamine B6 (Pyridoxal 5-Phosphat: externe Untersuchung), B12 und Folsäure (inverse Korrelation). Diätetische Maßnahmen bzw. eine Enzymsubstitution (insbesondere Folsäure) normalisieren in >90% der Fälle die Homocysteinkonzentration. Es gibt Hinweise, dass MTHFR- Polymorphismus und Homocysteinkonzentration in der Schwangerschaft mit dem Auftreten von Neuralrohrdefekten assoziiert sind.

Es wurde eine weitere Polymorphismus des MTHFR Gens beschrieben (A1298C), der Einfluss dieser Mutation auf das Thromboserisiko wird noch diskutiert (externe Untersuchung).