Synonyme

 

Thromboplastinzeit (TPZ) nach Quick, Prothrombinzeit (PT), Quicktest, Quickwert, Prothrombin Ratio (PR), International Normalized Ratio (INR)

 

Anforderungskarte

 

14 Klinische Chemie (Rubrik: Gerinnung)

Messtage 

 

täglich

Indikation

 

Screening auf Gerinnungsstörungen des exogenen Systems (Faktor I,II,V,VII,X) insbesondere vor größeren Operationen, Einstellung einer oralen Antikoagulanzientherapie mit Cumarinen, Vitamin K Mangelzustände, Beurteilung der Leberfunktion, V.a. Verbrauchskoagulopathie z.B. bei SIRS

Präanalytik

 

Technik der Venenpunktion siehe Blutentnahmetechnik. Bei alleiniger Quick-Anforderung zunächst 1 - 2 ml Blut verwerfen. Bei Abnahme mehrerer Proben das zweite Röhrchen verwenden. Röhrchen bis zur Markierung füllen (1 Teil Natriumcitratlösung [0.11 mol/l] + 9 Teile Blut) und vorsichtig durch Schwenken mischen. Bitte „Marcumar“ - sofern zutreffend - auf der Auftragskarte vermerken.

Hinweis: Bei deutlicher Abweichung der Röhrchen-Füllhöhe von der Markierung wird der Quick vom Labor nicht durchgeführt!

Menge/Material

 

1.0   ml Citratplasma

Probenstabilität

 

 

20-25 °C

4-8°C

-20°C

Blut

>4 Stunden*

 

 

Citratplasma

1 Tag

(nicht empfohlen)

1 Monat*

 

 

*nach Angaben der DGKL

 

Messverfahren

 

Photometrie (chromogenes Substrat)

Referenzbereich/

Einheit

 

weiblich

männlich

Einheit

Quick

70 – 130*

70 – 130*

%

INR

0.85 – 1.15#

0.85 – 1.15#

 

 

 

*bei Neugeborenen niedriger (30-50%)

 

 

#Richtwert unter Antikoagulation: 2.0 bis 3.0 bzw. 2.5 bis 3.5 im arteriellen Bereich

Interpretation

 

Der Quick wird von den Gerinnungsfaktoren des exogenen Systems beeinflusst: Er ist z.B. bei angeborenem Faktor VII-Mangel oder häufiger bei erworbenen Mangelzuständen vermindert: Leberschädigung (Faktor II, V, VII und X; AT III, Protein C), Vitamin K-Mangel, Medikamenteneinfluss (Vitamin K-Antagonisten, Penicilline in hoher Konzentration, etc.), Verbrauchskoagulopathie und Hyperfibrinolyse. Heparinkonzentrationen >0.6 U/ml können den Quick auf Werte unterhalb des Referenzbereiches senken. Die Anwesenheit von Heparin oder pathologischen Inhibitoren (Lupusantikoagulantien, postinfektiöse Inhibitoren, Thrombininhibitoren, etc.) beeinflussen den Quick aber i.d.R. deutlich geringer als die aPTT. Auch auf Fibrin-Spaltprodukten reagiert der Quick meistens nur gering. Bis zu einem Fibrinogenspiegel von etwa 0.6 g/l kann der Quick noch normal sein. Quick-Werte <10% weisen auf eine ausgeprägte Gerinnungsstörung mit Gefahr von Spontanblutungen hin. Bei Quick-Werten <4% drohen lebensgefährliche Blutungen, sodass Gegenmaßnahmen indiziert sind (z.B. Prothrombinkomplex-Konzentrat, Vitamin K). Hohe Quick-Werte sind zumeist artifiziell bedingt (schlechte Blutentnahme, Blut-Lagerung bei 4°C, etc.) oder selten Ausdruck einer erhöhten Gerinnungsaktivität.