Kardio-CT

Fichtengrund 1, 38126 Braunschweig
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Um am schnell bewegten Herzen die kleinen Herzkranzgefäße scharf abzubilden, sind gegenüber der herkömmlichen CT enorme technische Verbesserungen notwendig. Innerhalb kürzester Untersuchungszeit muss ein großes Körpervolumen (Herz) mit höchster Präzision abgebildet werden. Diese Anforderungen werden folgendermaßen umgesetzt:

  • Extrem kurze Rotationszeit der Röntgenröhre: Im Bruchteil einer Sekunde umkreist die Röntgenröhre den Patienten. Das Herz bzw. die Herzkranzgefäße können bei dieser sehr kurzen Aufnahmezeit bewegungsfrei abgebildet werden.
  • Simultane Darstellung des gesamten Herzens bei hoher räumlicher Auflösung: Durch die parallele Aufnahme des Röntgenstrahls durch 256 Detektorzeilen kann das Herz in exzellenter räumlicher Auflösung dargestellt werden. Hierfür werden multiple parallele Bildschichten mit einer Schichtdicke von 0,6 mm erzeugt.
  • Eine leistungsfähige Bildnachbearbeitung erlaubt die Umformung des Bilddatensatzes in eine anatomiegetreue Darstellung der Herzkranzgefäße, so dass die Gefäße in sehr guter Bildqualität hinsichtlich Normalität oder krankhafter Veränderungen beurteilt werden können.

Bei welchen Krankheitsbildern ist die Untersuchungsmethode geeignet?

Herzerkrankungen sind die häufigste Todesursache in Deutschland, nahezu jeder Herzinfarkt ist hierbei Folge der Arteriosklerose („Arterienverkalkung“). Durch die Verkalkung und Verengung der Herzkranzgefäße (Koronarien) können außerdem tödliche Herzrhythmusstörungen oder eine chronische Herzschwäche auftreten. Besonders gefährdet sind Männer über 45 und Frauen über 55 Jahren mit Risikofaktoren (z.B. Diabetes mellitus, erhöhte Blutfette oder Raucher). Die aktuellen Indikationen für Kardio-CTs am Klinikum Braunschweig umfassen:

  • Patienten mit geringem oder mittlerem Risiko für eine koronare Herzerkrankung und unklaren/atypischen Beschwerden
  • Wenn andere Untersuchungen (z. B. Belastungs-EKG, Herzultraschall) nicht aussagekräftig oder widersprüchlich sind
  • Vorbelastungen in der Familie mit Herzerkrankungen oder Fettstoffwechselstörungen und gleichzeitigen unklaren Beschwerden

Wie ist der Ablauf der Untersuchung?

Die komplette Untersuchung dauert nur gut 20 Minuten, die reine CT-Messzeit beträgt dabei nur wenige Sekunden. Dabei werden mehrere Tausend Bilder mit einer Schichtdicke von 0,6 mm erstellt. Um die Bildqualität und Beurteilbarkeit zu verbessern wird in der Regel vor der Untersuchung ein Medikament zur Senkung der Herzfrequenz (Betablocker) sowie ein Medikament zur Erweiterung der Herzkranzgefäße (Nitrospray) verabreicht. Während der Untersuchung wird ein EKG-Gerät angeschlossen. Wie auch zur Herzkatheter-Untersuchung wird ein jodhaltiges Kontrastmittel über eine Vene injiziert. Dies ist in der Regel schmerzfrei, eine geringes Wärmegefühl im Körper ist möglich. Eine Schilddrüsenüberfunktion oder eine Nierenfunktionsstörung müssen vorher ausgeschlossen werden.