Das zweijährige Pilotprojekt zur Ausnüchterung von stark alkoholisierten Menschen im Polizeigewahrsam, das die Stadt Braunschweig gemeinsam mit der Polizeiinspektion Braunschweig und dem Städtischen Klinikum auf den Weg gebracht hat, wird coronabedingt über die Wintermonate bis zum 31. März 2021 pausieren.

Die Erkenntnis einer Evaluation der letzten Wochen hat indes ergeben, dass die Nachfrage zur Unterbringung intoxikierter Personen aufgrund der Corona-Pandemie gering ist. Der Gesamtprojektzeitraum bleibt jedoch unverändert – dieser startete am 01. Oktober 2020 endet demnach am 30. September 2022.

„Aufgrund der steigenden Corona-Infektionszahlen und den effektiven Ressourceneinsatz haben wir uns für die Wintermonate darauf verständigt, dieses vielversprechende und für Niedersachsen einzigartige Projekt vorerst zu pausieren. Im Frühjahr wird das Projekt weiter fortgeführt. In dieser Zeit werden stark alkoholisierte Personen im Klinikum behandelt“, resümiert Dr. Thomas Bartkiewicz, Ärztlicher Direktor des Städtischen Klinikums Braunschweig.

Das Braunschweiger Modell, das bereits vor Corona entwickelt wurde und am 1. Oktober 2020 begonnen hat, verfolgt das Ziel, künftig nur diejenigen alkoholisierten Patienten im Krankenhaus zu behandeln, die auch eine medizinische Therapie benötigen. Personen, die lediglich ausnüchtern müssen, sollen dies unter ärztlicher Überwachung im Polizeigewahrsam tun. In der Vergangenheit war es so, dass Menschen, die aufgrund starker Alkoholisierung Hilfe benötigten, vorwiegend ins Krankenhaus eingeliefert wurden und dort dann zum Ausnüchtern blieben.

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