Die Patientenbücherei Celler Str. empfiehlt:

Mit diesem ersten von zwei Bänden lässt uns der Autor in die Zeit des Entstehens des Volkswagenwerkes und der Stadt Wolfsburg eintauchen. Der Führer, seit kurzem an der Macht, will, dass ein Auto entwickelt wird, das sich jeder Deutsche leisten kann. Es soll unter 1.000,-- Reichsmark kosten. Dazu soll ein riesiges Werk in der Nähe der Kleinstadt Fallersleben gebaut werden. Im Jahr 1933 hatte Fallersleben unter 2.000 Einwohner.
Gleichzeitig soll für die Beschäftigten des "Volkswagenwerkes" eine neue Stadt -Wolfsburg- entstehen.
Die Familie Ising, die seit Generationen im Wolfsburger Land, in der Nähe von Fallersleben lebt und eine Zuckerfabrik betreibt, soll ihr Land zugunsten des geplanten Werkes und der neuen Stadt verkaufen. Die Familie Ising (eine fiktive Familie) mit den Kindern Charly, die Kinderärztin in Göttingen ist und mit einem Juden verheiratet, die Tochter Edda, die mit Leni Riefenstahl liiert ist, der Bruder Georg, Autoingenieur und der 100%ige Parteifreund und Nazi Horst, sie alle müssen sich entscheiden auf welcher Seite sie stehen. Der kleine Nachzügler, Willi, leidet unter dem Down Syndrom, was man innerhalb der Familie erst ignoriert und was später zum Problem wird.
Es kommt zu Konflikten innerhalb der Familie, zu Intrigen und sogar Verrat. Man bekommt eine sehr gute Idee, wie es sich in diesen Zeiten gelebt haben muss und wie stark der Druck auf jedem Einzelnen lastete - mitmachen oder?
Ein ungemein spannender Roman mit vielen Facetten.

Fischer Verlag, ISBN 978-3-596-29988-1
13€

Der nächste Band:
Eine Familie in Deutschland Bd. 2, "Am Ende die Hoffnung" ist bereits als gebundenes Buch erschienen. Die Taschenbuch-Ausgabe erscheint Anfang November 2020.