Was darf ich als Schwangere essen? Woher weiß ich, ob mein Baby genug trinkt? Wie stille ich sanft ab? Solche und andere Fragen können werdende oder junge Mütter schnell und unkompliziert klären – via Chat, Anruf oder Video-Call. Genau diese Möglichkeit bietet das Start Up „Kinderheldin“, mit dem sowohl das Klinikum Braunschweig, als auch das Krankenhaus Marienstift ab sofort kooperieren.

Hinter der Kooperation steht der Gedanke, einen Service zu bieten, den es bislang nicht gibt. Dabei stellt PD Dr. Heiko Franz, Chefarzt der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe des Städtischen Klinikums Braunschweig, eindeutig klar: „Das neue Angebot soll nicht die Arbeit von Ärzten oder Hebammen übernehmen, sondern eine Lücke schließen.“ Eine Lücke, die mitunter groß ist, weiß Oberärztin Ursula Nitsche-Gloy aus der täglichen Erfahrung in der Geburtshilfe: „Wir müssen viele Frauen entlassen, die zu Hause keine Hebammenbetreuung haben.“

Genau an diesem Punkt setzt „Kinderheldin“ an. Denn eine Schwangerschaft oder das neue Leben mit einem Säugling bringen für viele junge Mütter (und auch Väter) Fragen und Unsicherheiten mit sich. Mit der Hilfe von „Kinderheldin“ können diese schnell und unkompliziert geklärt werden.

Das empfindet Wolfgang Jitschin, Geschäftsführer des Marienstifts, als großen Nutzen: „Die teilweise vorhandene Unerfahrenheit und Unsicherheit bei Eltern wird durch unser Angebot ausgeglichen. Sie erhalten einen fundierten Rat von Experten statt sich im Internet schlau machen zu müssen. Wir stellen diesen Service nach positiver Rücksprache mit unserem Chefarzt Dr. med. Branko Milkanovic und seinem Team sowie den Hebammen sehr gerne zur Verfügung und hoffen, dass viele Eltern davon Gebrauch machen.“

Ein Team von acht ausgebildeten und erfahrenen Hebammen, unterstützt durch einen ärztlichen Beirat, steht den werdenden oder jungen Müttern mit ihrer Fachkompetenz zur Verfügung. Ortsungebunden und beinahe rund um die Uhr. In der Zeit von 7 bis 22 Uhr können Ratsuchende ein offenes Ohr und eine kompetente Beratung in Anspruch nehmen. Sicherheit spielt dabei eine wichtige Rolle: „Kinderheldin stellt keine Diagnosen. Die Grenzen sind da gesetzt, wo Abtasten, Abhören oder eine ärztliche Abklärung erforderlich ist“, erklärt Kinderheldin-Geschäftsführer Dr. Paul Hadrossek. Sollte aus Sicht der Hebamme ein visueller Kontakt nötig sein, kann sie aus einem Chat heraus auch einen Videocall starten.

Oberärztin Nitsche-Gloy macht deutlich: „Das Angebot kommt unserem Bedarf entgegen. Es ist eine Win-Win-Situation.“ Auch Karin Oppe, Leitende Hebamme am Klinikum Braunschweig, bewertet das neue Angebot als positiv: „Es schafft in erster Linie Sicherheit für alle Mütter, die für die ersten Wochen nach der Geburt keine Hebamme gefunden haben. Zudem können Fragen geklärt werden, wenn die Wochenbettbetreuung bereits abgeschlossen ist.“

Hintergrund:
Das Start Up „Kinderheldin wurde vor zwei Jahren gegründet und kooperiert mittlerweile mit 49 Krankenkassen sowie zahlreichen Krankenhäusern. Wird eine frisch gebackene Mutter nach der Geburt entlassen, bekommt sie einen Code, mit dem sie kostenlos das Angebot von „Kinderheldin“ in Anspruch nehmen kann. Die Gültigkeit der Codes pro Frau beträgt 12 Monate für 30 Beratungen. Die Kosten werden von dem jeweiligen Krankenhaus übernommen.