26 vietnamesische Medizinstudierende haben ihr Praktisches Jahr (PJ) in Krankenhäusern der Region begonnen, davon 18 im Klinikum Braunschweig, vier im Klinikum Wolfsburg, drei im Klinikum Wolfenbüttel und einer im Herzogin-Elisabeth-Hospital (HEH). Die vietnamesischen PJler haben bereits in ihrer Heimat ein Examen nach deutschem Curriculum in Deutsch und Englisch abgelegt.

Die Ausbildung der jungen Vietnamesen in Deutschland resultiert aus einer Kooperation mit der Vietnamese-German Faculty of Medicine (VGFM). Dieses Joint Venture wurde 2013 gegründet - zwischen der Pham Ngoc Thach Universität in Ho-Chi-Minh-Stadt und der Universitätsmedizin Mainz. Unter Beteiligung vietnamesischer und deutscher Hochschullehrer werden dabei Medizinstudierende nach der Mainzer Studienordnung vom 18. Juli 2011 ausgebildet.

„Unsere neuen PJler beherrschen daher bereits alle recht gut die deutsche Sprache“, bestätigt Prof. Dr. Dr. Wilfried Bautsch, Chefarzt im Institut für Mikrobiologie, Immunologie und Krankenhaushygiene. Die Regel seien Deutschkenntnisse auf Höhe des Sprachniveaus B2. Künftige PJler aus Vietnam werden Kenntnisse der noch höheren Stufe C1 nachweisen müssen. „Wir hoffen natürlich, dass die Vietnamesen nach dem PJ auch ihre Facharztausbildung bei uns und in der Region absolvieren“, so Bautsch weiter. Weil diese im Schnitt sechs Jahre dauert, klinge das mit Blick auf den aktuellen Mediziner-Mangel nach einer „Win-Win-Situation“. So schaue auch die Niedersächsische Ärztekammer sehr wohlwollend auf dieses Kooperationsprojekt.

Ihr Praktisches Jahr im Klinikum Braunschweig werden die jungen Vietnamesen während drei Tertialen in fünf Kliniken absolvieren. Organisiert wird das über das Zentrum Innere Medizin (ZIM) von Dr. Daniel Frenk. Bereits im Vorfeld ist für die ersten Wochen in Deutschland ein Betreuungsprogramm erstellt worden, zum Beispiel für den Gang zum Einwohnermeldeamt und zur Bank.

„Da treffen im Verständnis zwei völlig unterschiedliche Rechts- und Gesundheitssysteme aufeinander“, erläutert Klaus Jahnke, Leiter des Geschäftsbereichs Personal und Wirtschaft. Aus diesem Grund seien auch entsprechende Einführungskurse in das deutsche Gesundheitsmanagement und ins Fallpauschalen-System über das Medizin-Controlling angeboten worden. Angesichts des Fachkräftemangels müssten Krankenhäuser künftig kreativer werden, so Jahnke. Das gelte auch für den Pflegebereich im Klinikum Braunschweig. Dort beginnen im Herbst 25 philippinische Pflegefachkräfte, vorrangig im OP- und Intensiv-Bereich.

Downloads