Das neu eingerichtete Schlaflabor des Klinikum Braunschweig hilft Menschen, deren Lebensqualität und Gesundheit durch schlechten Schlaf eingeschränkt ist.

Wer kennt das nicht? Man geht immer früh schlafen und fühlt sich dennoch am nächsten Tag ständig wie gerädert, ist müde und weiß einfach nicht warum. Um Betroffenen zu helfen, gibt es im Klinikum

Braunschweig seit dem 4. Oktober 2017 ein neu eingerichtetes Schlaflabor.

„Mit unserem neuen Angebot füllen wir eine Lücke in der medizinischen Versorgung in Braunschweig, die durch die Schließung des St. Vincent Krankenhauses entstanden ist“, erläutert Dr. Thomas Bartkiewicz, Ärztlicher Direktor des Klinikum Braunschweig. „Das Labor in der Celler Straße verfügt über vier speziell ausgestattete Patientenzimmer und einen zusätzlichen Raum, in dem sich die Monitoring- und Aufzeichnungsgeräte befinden. Die Bau- und Ausstattungskosten belaufen sich auf knapp 140.000 EURO.“

Nach der Errichtung des Regiegebäudes für die neu geschaffene Medizinische Klinik VII - der Klinik für Pneumologie und Beatmungsmedizin - in der Salzdahlumer Straße, werde das Schlaflabor dort­hin umziehen und auf acht Betten erweitert, so Dr. Bartkiewicz weiter.

„Dauerhafte starke bis extreme Tagesschläfrigkeit sind Zeichen für eine schlechte Schlafqualität“, erläutert Privatdozent Dr. Thomas Fühner, Chefarzt der Klinik für Pneumologie und Beatmungsmedizin, zu der das Labor gehört. „Ursachen hierfür können z.B. Atemaussetzer während des Schlafens, die sogenannte Schlafapnoe, sein.“

 „Im Schlaflabor werden während der ganzen Nacht Körperfunktionen wie Hirnströme, Augenbewegungen, Atmung, Muskelspannung oder Sauerstoffsättigung des Blutes, aufgezeichnet“, erklärt Jörn Schröder-Richter, Leiter des Schlaflabors. „Mit Hilfe der dabei gewonnen Daten wird ein Schlafprofil erstellt. Daraus können Rückschlüsse die Ursachen für den schlechten Schlaf gezogen und entsprechende Therapiemaßnahmen eingeleitet werden. Der Aufenthalt im Schlaflabor dauert in der Regel zwei bis drei Nächte. “

Da die Betroffene von den z.T. minutenlangen Atemaussetzern selber nichts merken, bleibt die Krankheit oft lange unerkannt. „Meistens fällt es den Partnern auf“, fügt Schröder-Richter mit einem Schmunzeln hinzu, „Betroffene schnarchen in der Regel sehr stark, da sind die Atemaussetzer nicht zu überhören. Man schätzt dass etwa vier Prozent der Männer im mittleren Lebensalter von Schlafapnoe betroffen sind. Bei den Frauen sind es ca. zwei Prozent. Dazu kommen noch andere Ursachen für Schlafstörungen wie das Restless-Leg-Syndrom.“

Abgesehen vom Schnarchen oder ständiger Tagesmüdigkeit können Schlafstörungen auch massive Gesundheitsschäden zur Folge haben. Diese reichen von Bluthochdruck bis hin zu einem Schlaganfall oder Herzinfarkt. Jörn Schröder-Richter rät daher: „Man sollte Schlafstörungen nicht auf die leichte Schulter nehmen. Wenn Sie die eben genannten Beschwerden haben, sollten Sie sich an ihren Hausarzt, Lungenfacharzt oder HNO-Arzt wenden. Er wird dann notwendige Voruntersuchungen und ggfs. eine Überweisung ins Schlaflabor veranlassen.“

Kontaktinfo:

schlaflabor@klinikum-braunschweig.de
Tel.: 0531 595-3307
Fax.: 0531 595-85 3307

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